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Datum: 02.05.2017

Ziel: Experiment soll zur ISS fliegen Studierende und Doktoranden der Universität Bonn sind in der engeren Auswahl des Überflieger-Wettbewerbs

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Ein Team aus Studierenden und Doktoranden der Physik an der Universität Bonn ist in der engeren Auswahl für den Überflieger-Wettbewerb des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Beim Workshop am 4. und 5. Mai wird sich erweisen, welche drei Siegerexperimente 2018 zur Internationalen Raumstation (ISS) fliegen und Teil der neuen Mission des deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst werden.

Das neunköpfige Team unter Leitung des Doktoranden Michael Daas vom Physikalischen Institut der Universität Bonn hat es mit seinem Experiment LEOPaRD (Low Earth Orbit Particle and Radiation Detector) in die Vorauswahl der besten acht Vorschläge geschafft. Am „Überflieger“-Wettbewerb des DLR können Studierende aller Hochschulen in Deutschland teilnehmen. Eine Jury wählt bis zu drei Teams aus, die bei der Umsetzung ihrer Experimentidee durch das DLR, die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) und das US-amerikanische Unternehmen DreamUp unterstützt werden. Die Siegerexperimente fliegen zur ISS und werden vom deutschen ESA-Astronaut Alexander Gerst betreut, der im Jahr 2018 zu seiner zweiten ISS-Mission aufbricht.

Die Studierenden durchlaufen den gesamten Prozess einer realen Raumfahrtmission: von der Ausarbeitung wissenschaftlicher Ziele über den Entwurf des technischen Designs und Tests bis hin zum Betrieb auf der ISS. „Eine der Herausforderungen ist, dass unser Experiment in ein 10 mal 10 mal 15 Zentimeter großes Gehäuse passen muss“, sagt Michael Daas. Außerdem erfordert der Wettbewerb ein Team, das rund ein Jahr lang bereit ist, großes Engagement zu zeigen. Seit Anfang des Jahres arbeiten die angehenden Physiker der Universität Bonn an ihrer Projekt-Idee.

Nachweis von Elementarteilchen und Strahlung

Mit ihrem Detektor wollen die Studierenden und Doktoranden vom Physikalischen Institut der Universität Bonn Elementarteilchen und Strahlung nachweisen. „Wir möchten die Strahlungsintensität in der erdnahen Umlaufbahn der ISS relativ zur Erdoberfläche vermessen“, sagt Florian Kleinebreil. „Dabei erhoffen wir uns, zum Beispiel die Südatlantische Anomalie im Van-Allen-Gürtel – ein Gebiet höherer Strahlungsintensität – beobachten zu können.“ Außerdem will das Team die Strahlungsintensität an Bord der ISS mit hoher zeitlicher Auflösung bestimmen. „Das ist zum Beispiel aus medizinischer Sicht interessant“, sagt Franziska Niedeggen.

Prof. Dr. Norbert Wermes und Prof. Dr. Jochen Dingfelder vom Physikalischen Institut der Universität Bonn unterstützen das Team. Um die Messungen in einen astrophysikalischen Zusammenhang einzuordnen, hilft Privatdozent Dr. Jürgen Kerp vom Argelander Institut für Astronomie. Die Arbeitsgruppe Wermes/Dingfelder arbeitet am Pixeldetektor des ATLAS-Experiments am europäischen Forschungszentrum für Elementarteilchenphysik CERN in Genf, mit dem unter anderem auch das Higgs-Teilchen entdeckt wurde. „Als wir von dem Überflieger-Wettbewerb gehört haben, hatten wir sofort die Idee, diese bewährte Technik für die Untersuchung der Strahlungsverhältnisse außerhalb der Erdatmosphäre einzusetzen“, sagt Marco Vogt.

Kontakt für die Medien:

Michael Daas
Tel. 0228/732352
E-Mail: daas@physik.uni-bonn.de

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