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Datum: 28.05.2015

Humboldt-Professur für Islamwissenschaftlerin Prof. Dr. Judith Pfeiffer will vom St. Cross College der University of Oxford an die Bonner Alma Mater

Die renommierte Islamwissenschaftlerin Prof. Dr. Judith Pfeiffer will mit einer Humboldt-Professur aus Großbritannien an die Universität Bonn kommen. Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat der Bonner Alma Mater den Zuschlag gegeben, mit der Wissenschaftlerin Berufungsverhandlungen aufzunehmen. Die mit bis zu 3,5 Millionen Euro ausgestattete Humboldt-Professur ist der höchstdotierte internationale Preis für Forschung in Deutschland. Mit ihm werden renommierte Wissenschaftler aus dem Ausland gewonnen, langfristig an deutschen Hochschulen zu forschen.

Prof. Dr. Judith Pfeiffer gehört zu den international bekanntesten und renommiertesten Islamwissenschaftlern. Sie ist die weltweit führende Spezialistin der iranisch-mongolischen Ideen- und Geistesgeschichte vom 13. bis zum 16. Jahrhundert. „Mit der Einwerbung der Humboldt-Professur stärkt die Universität die Bonner Islamwissenschaft als forschungsstarken und weltweit sichtbaren Exzellenzbereich der Philosophischen Fakultät“, sagt Prof. Dr. Stephan Conermann, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Orient- und Asienwissenschaften (IOA). Die Etablierung einer solchen Professur würde Bonn als Standort internationaler Spitzenforschung in dieser Disziplin weiter ausbauen.

Ausweitung der Verbundforschung

Prof. Pfeiffer soll ein Forschungskolleg zum Thema „Islamicate Intellectual History in the Late Medieval and Early Modern Periods (12th-16th Centuries )” aufbauen. „Dieses Kolleg bearbeitet damit ein Thema, das so weit gefasst ist, dass es die vorhandenen Interessen und Stärken vor Ort aufgreift und zugleich einen internationalen Rahmen für die Integration individueller Forschungsideen von Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt bietet“, sagt Prof. Conermann. Das Vorhaben werde der Fakultätsstrategie zur Ausweitung der Verbundforschung an zentraler Stelle Impulse geben.

Prof. Pfeiffer befasst sich unter anderem damit, wie im 13. Jahrhundert in den Nahen Osten eingewanderte Mongolen und Herrscher zum Islam konvertierten. Hierfür wertete sie persische, arabische und osmanische Quellen aus und bettete sie in den historischen und gesellschaftlichen Kontext ihrer Entstehungszeit ein. Dabei untersuchte die Wissenschaftlerin unter anderem, wie der Übertritt zum Islam die Lebensweise der Mongolen veränderte - und umgekehrt, wie die Konvertiten ihre neue Religion beeinflussten.

„Forschung wird in Bonn großgeschrieben, aber sie versteckt sich nicht im Elfenbeinturm: Sie ist dynamisch und engagiert, nach außen gerichtet, international weithin sichtbar“, sagt Prof. Pfeiffer. „Man arbeitet in Teams, denkt an die nächste Generation und schaut gerne auch einmal über den Tellerrand hinaus. Das gefällt mir.“ Die Wissenschaftlerin wünscht sich, dass der Schwerpunkt der Vormoderne weiter ausgebaut wird, in dem die Universität Bonn bereits große Stärken aufweist. Dies sei ein in den Islamwissenschaften sehr lange vernachlässigter Bereich, der sich erst im letzten Jahrzehnt zu einem modernen Forschungsfeld entwickelt hat. „Fast täglich betreten wir hier noch Neuland, insbesondere im Bereich der intellektuellen Geschichte, da viele der Texte dieser Zeit noch nicht publiziert sind“, sagt Prof. Pfeiffer. Um diese Vision weiterzuentwickeln, biete die Alexander von Humboldt-Professur eine einzigartige Chance.

Judith Pfeiffer ist seit 2003 am St. Cross College und der Faculty of Oriental Studies der University of Oxford (Großbritannien) tätig. Die Preisträgerin wuchs in Deutschland auf und studierte an den Universitäten Köln und Chicago (USA). Insgesamt verbrachte sie mehr als fünf Jahre im Nahen Osten (Syrien, Iran und Türkei). Sie wurde mehrfach mit Preisen ausgezeichnet, darunter mit einem Starting Grant des European Research Councils, einem Membership am Institute for Advanced Study in Princeton und einem Research Fellowship der Stadt Paris am Centre National de la Recherche Scientifique.

Förderung fließt in Forschungsgruppen

Die Preissumme fließt vor allem in den Aufbau von Forschungsgruppen. Außerdem wird den Wissenschaftlern ein konkurrenzfähiges Gehalt geboten. Das Preisgeld ist für die Finanzierung der ersten fünf Jahre in Deutschland bestimmt. Die Universitäten verpflichten sich, den Inhabern einer Humboldt-Professur und ihren Teams eine dauerhafte Perspektive zu bieten. Die Auszeichnung wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert und von der Humboldt-Stiftung vergeben. Jährlich werden bis zu zehn Preise verliehen.

Informationen im Internet: www.humboldt-professur.de

Kontakt für die Medien:

Prof. Dr. Stephan Conermann
Institut für Orient und Asienwissenschaften (IOA)
Universität Bonn
Tel. 0228/737462
E-Mail: stephan.conermann@uni-bonn.de

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