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Datum: 12.04.2013

Besondere Chance für junge Psychologin Mit Gielen-Leyendecker-Fellowship zum eigenen Forschungsvorhaben

Dr. Nadine Petrovsky-Esselborn arbeitet an der Universität Bonn in der biopsychologischen Grundlagenforschung zu Aufmerksamkeit und anderen kognitiven Funktionen. Nun erhält die 31-Jährige als Erste ein Fellowship der Gielen-Leyendecker-Stiftung: Sie kann zwei Jahre lang ohne Lehrverpflichtung im Institut für Psychologie ein eigenes Forschungsvorhaben verfolgen.

In dieser ersten Vergaberunde für das Fellowship der Gielen-Leyendecker-Stiftung waren Wissenschaftlerinnen der Philosophischen Fakultät aus der Psychologie, Politischen Wissenschaft und Soziologie, Geschichtswissenschaft sowie Germanistik angesprochen. Zu den drei besten Bewerberinnen mit den interessantesten Projekten wurden externe Fachgutachten eingeholt. In der Endauswahl präsentierten diese dann persönlich ihr Vorhaben. Das Stipendium der Gielen-Leyendecker-Stiftung ermöglicht Dr. Nadine Petrovsky-Esselborn nun im Bereich der Aufmerksamkeitsforschung ein eigenes Projekt: Sie erhält für zwei Jahre 85.000 Euro pro Jahr für ihre Stelle, Hilfskräfte sowie Sachmittel und Reisekosten.

Damit setzt die Wissenschaftlerin fort, was sie bereits begonnen hat: Untersuchungen zu Botenstoffen im Gehirn und Substanzen, die diese beeinflussen. Nun möchte Dr. Petrovsky-Esselborn in ihrer eigenen Studie eine Hypothese zu einer Aufmerksamkeitstheorie testen, die man am Menschen noch nicht überprüft hat. „Aus der Arbeit mit Schizophrenie-Patienten ist bekannt, dass kognitive Einschränkungen bei Rauchern unter ihnen geringer sind: Nikotin steigert ihre Konzentration“, erklärt sie. „Rauchen ist natürlich nicht wirklich wünschenswert – aber dieses Wissen über Nikotin ist wichtig, um zu verstehen, warum Entwöhnungstherapien oft so schwierig für die Betroffenen sind.“ Für diese Studie sucht Dr. Petrovsky-Esselborn übrigens gesunde, erwachsene Nichtraucher als Probanden. Im MRT werden deren Hirnaktivitäten sichtbar gemacht, um herauszufinden, welche Areale unter Substanzwirkung aktiv sind.

Dass die Auswahlkommission sich für sie entschied und ihr damit eine besondere Perspektive bietet, freut sie sehr: „Ich fühle meine bisherige Arbeit als Wissenschaftlerin gewürdigt und kann eine tolle Infrastruktur nutzen.“ Ihr Fellowship startet im Oktober, sie bleibt weiterhin im Psychologischen Institut und leistet die organisatorische Arbeit von hier aus. Für die durchzuführenden Experimente fährt sie auf den Venusberg und kann dort im Life & Brain-Zentrum den Magnetresonanztomographen (MRT) nutzen, dort gibt es diese Geräte eigens für Forschungszwecke.

Anne-Liese Gielen richtete die Gielen-Leyendecker-Stiftung 1993 ein, um Wissenschaft und Forschung in ihrer Vaterstadt Bonn zu stärken. An der Universität fördert die Stiftung das Kunsthistorische Institut, das Franz Joseph Dölger-Institut zur Erforschung der Spätantike und den Lehrstuhl für Christliche Archäologie.

Kontakt:
Dr. Nadine Petrovsky-Esselborn, Psychologisches Institut
Telefon: 0228/73-4437, [Email protection active, please enable JavaScript.]

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