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Datum: 13.04.2015

Lungenkrebs-Früherkennung für langjährige Raucher Uni-Klinikum Bonn führt Screening im Rahmen einer Studie durch

Das Universitätsklinikum Bonn bietet langjährigen Rauchern jetzt eine Untersuchung zur Früherkennung von Lungenkrebs an. Das Screening wird im Rahmen einer Studie mittels Niedrigdosis-Computertomographie und Magnetresonanztomographie durchgeführt. Das in Deutschland einmalige Projekt richtet sich an aktive oder ehemalige Raucher im Alter zwischen 50 und 70 Jahren, die über viele Jahre mehrere Zigaretten pro Tag konsumiert haben.

In Deutschland ist Lungenkrebs, das sogenannte Bronchialkarzinom, bei Männern die mit Abstand häufigste Krebstodesursache und bei Frauen die dritthäufigste. Um die Heilungschancen zu verbessern, ist es – wie bei anderen Krebsarten auch – sehr wichtig, die Erkrankung früh zu diagnostizieren. Doch bleibt Lungenkrebs meistens lange unerkannt, da er sich anfangs kaum bemerkbar macht.

Für Hochrisiko-Patienten steigt der Nutzen

Bei dem Screening wird in einem Computertomografen mit niedrig dosierter Röntgenstrahlung die Lunge auf krankhafte Veränderungen hin untersucht. Laut einer großen US-amerikanischen Studie profitieren Patienten, die ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs haben, von einem Lungenkrebs-Screening mittels Niedrigdosis-Computertomographie (CT). Diese Studie mit etwa 53.000 Patienten (National Lung Screening Trial) konnte zeigen, dass eine jährliche Niedrigdosis-CT die Sterblichkeit durch Lungenkrebs um 20 Prozent senken kann. Aus diesem Grund gibt es in den USA inzwischen eine nationale Kostenzusage der Krankenkassen für das Screening.

„Das Lungenkrebs-Screening wird jedoch derzeit in Europa noch kontrovers diskutiert“, sagt Privatdozent Dr. Daniel Thomas, Oberarzt an der Radiologischen Klinik des Universitätsklinikums Bonn. „Denn dem Nutzen durch eine Früherkennung steht ein möglicher Schaden durch das Screening gegenüber.“ So gibt es zum Beispiel falsch-positive Befunde, die dann unnötige Kontrolluntersuchungen zur Folge haben und die Betroffenen beunruhigen können.

Lungenkrebs-Screening wird in Studie eingebettet

Die am Screening teilnehmenden Patienten sollen zusätzlich zur CT eine Magnetresonanz-Tomographie (MRT) der Lungen bekommen. Die von der Radiologischen Klinik initiierte Studie wird in Kooperation mit der Pneumologie der Medizinischen Klinik II und mit der Chirurgischen Klinik durchgeführt und soll zunächst 500 Teilnehmer umfassen. Hierbei wird der Stellenwert des Screenings und der MRT in der Früherkennung von Lungentumoren untersucht. Die Bonner Experten gehen der Frage nach, ob die MRT als strahlenfreie Alternative sensitiv genug ist und gegebenenfalls die Niedrigdosis-CT ergänzen oder sogar ersetzen kann.

„Jeder mit erhöhtem Lungenkrebs-Risiko muss für sich selbst Nutzen und Risiken einer Früherkennungsuntersuchung genau abwägen“, sagt Dr. Michael Meier-Schroers, Assistenzarzt an der Radiologischen Klinik des Universitätsklinikums Bonn. Neben Privatdozent Dr. Daniel Thomas ist er Ansprechpartner für Hochrisikopatienten, die an der Screening-Studie teilnehmen. Sie richtet sich an aktive oder ehemalige Raucher im Alter zwischen 50 und 70 Jahren, die mindestens 25 Jahre lang 15 Zigaretten pro Tag oder mindestens 30 Jahre lang zehn Zigaretten pro Tag konsumiert haben.

Interessierte, die die genannten Voraussetzungen erfüllen, können sich zur Vereinbarung eines Untersuchungstermins an Olga Ramig unter 0228/287-15395 wenden.

Kontakt für die Medien:

PD Dr. Daniel Thomas
Radiologische Klinik
Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0151 - 582 338 38
E-Mail: daniel.thomas@ukb.uni-bonn.de

Dr. Michael Meier-Schroers
Radiologische Klinik
Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0151 - 582 338 38
E-Mail: michael.meier@ukb.uni-bonn.de

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