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Datum: 15.02.2017

Milchkuh-App und Weizensorten auf Phosphat-Diät

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Wie behalten Milchbauern den Überblick über ihr Vieh? Die Universität Bonn startet ein Forschungsprojekt zu einer neuen App, die automatisch meldet, wenn eine kranke Milchkuh ein auffälliges Verhalten zeigt. Außerdem wollen die Agrarwissenschaftler neue Weizensorten erforschen, die weniger vom knappen Nährelement Phosphat brauchen. Beide Vorhaben werden vom Bundeslandwirtschaftsministerium mit zusammen rund zwei Millionen Euro unterstützt. Die Förderbescheide überreichte jetzt der Parlamentarische Staatssekretär Peter Bleser.

„Die Landwirtschaftliche Fakultät der Universität Bonn überzeugt durch ihre herausragend aufgestellte Forschung und durch ihr außerordentlich breites Spektrum“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär Peter Bleser vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft bei der Überreichung der Förderbescheide im Dekanat der Universität Bonn. Dekan Prof. Dr. Peter Stehle freute sich über die Förderzusagen: „Wir suchen nach Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft, die Unterstützung des Bundesministeriums ist dafür eine wichtige Voraussetzung.“ Gleich zwei Forschungsprojekte unter Federführung der Universität Bonn werden nun gefördert. Ein Vorhaben ist in der Pflanzenzucht angesiedelt, das andere Projekt soll das Management von Milchkühen erleichtern.

Knapper Pflanzennährstoff

„Phosphat ist ein essentielles Nährelement, das für die Versorgung der wachsenden Weltbevölkerung mit pflanzlichen Nahrungsmitteln von großer Bedeutung ist”, erläutert Prof. Dr. Jens Léon vom Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz (INRES) der Universität Bonn. Im Gegensatz zu anderen Nährstoffen wird Phosphat aus Lagerstätten gewonnen, die endlich sind und in politisch instabilen Regionen liegen. Im Projekt POEWER (Nachhaltige Steigerung der Phosphat-Effizienz von Winterweizen durch eine effektive Wurzel-Boden-Interaktion) wollen die Wissenschaftler untersuchen, welche neuen Weizensorten besonders effektiv Phosphat aufnehmen. Damit soll der Bedarf des knappen Nährelementes gesenkt werden.

Darüber hinaus ist geplant zu erforschen, ob aus Abfällen und Abwässern stammendes Recycling-Phosphat ebenfalls für die Düngung von Weizen eingesetzt werden kann. Das Projekt wird in den nächsten drei Jahren vom Bundeslandwirtschaftsministerium mit rund 1,1 Millionen Euro gefördert. Neben Bonn sind die Universität Gießen, die HGoTECH GmbH, die EuPhore GmbH, die Secobra Saatzucht GmbH, die W. von Borries-Eckendorf GmbH & Co. KG und der GFPi e.V./pro Weizen beteiligt.

Besserer Überblick über Kuhherden

In der Milchwirtschaft wächst die Größe der Kuhherden immer weiter. Damit die Milchbauern noch den Überblick bewahren, wollen Wissenschaftler um Dr. Ute Müller vom Institut für Tierwissenschaften der Universität Bonn eine App programmieren, die mit Hilfe unterschiedlicher Sensoren darauf hinweist, wenn Kühe ein auffälliges Verhalten zeigen. „Dem Herdenmanager wird im Ergebnis eine klar strukturierte Analyse und Handlungsempfehlung für behandlungsbedürftige Milchkühe in modernstem Design angezeigt“, berichtet Dr. Müller. Die App soll basierend auf Daten der Agrarwissenschaftler und der Versuchsmilchviehherde der Universität Bonn (und vier weiteren Versuchsbetrieben in Deutschland) durch die Firmen 365FarmNet GmbH & Co. KG, die GEA Farm Technologies GmbH und die SAS Institute GmbH entwickelt werden. Das Projekt PaRADIgMa (PRedictive App DaIry Management) wird in den nächsten drei Jahren mit rund 900.000 Euro vom Bundeslandwirtschaftsministerium gefördert.

Kontakt für die Medien:

Prof. Dr. Jens Léon
Pflanzenzüchtung
Universität Bonn
Tel. 0228/732877
E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

Dr. Ute Müller
Institut für Tierwissenschaften
Universität Bonn
Tel. 0228/735112
E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

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