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Sie sind hier: Startseite Forschung Argelander-Programm für den wissenschaftlichen Nachwuchs Friedrich Wilhelm August Argelander

Friedrich Wilhelm August Argelander

Das Argelander Programm für wissenschaftlichen Nachwuchs trägt den Namen eines großen und leidenschaftlichen Wissenschaftlers, der bereits in jungen Jahren, getrieben von seinem Verlangen nach astronomischem Wissen, immenses erreichte. Die gezielte Förderung Argelanders durch seinen wissenschaftlichen Vater Friedrich Wilhelm Bessel der sein Talent erkannte, ließ ihn bereits früh seinen späteren Karriereweg einschlagen.

Argelander Argelander (* 22. März 1799 in Memel; † 17. Februar 1875 in Bonn) war ein deutscher Astronom. Er griff nach den Sternen indem er den Bau mehrerer Sternwarten in Europa leitete, veränderliche Sterne untersuchte und die Bonner Durchmusterung durchführte, deren 325.000 Sterne er in einem Sternkatalog zusammenfasste.

Argelander nahm 1817 nahm ein Studium an der Universität Königsberg auf. Hier faszinierten ihn die astronomischen Vorlesungen von Friedrich Wilhelm Bessel, dem Leiter der Sternwarte Königsberg. 1820 wurde Argelander Bessels Assistent und unterstützte ihn bei der exakten Bestimmung von Sternpositionen, sogenannten Sternörtern. 1822, im Alter von nur 23 Jahren, promovierte Argelander mit einer kritischen Betrachtung der Beobachtungen des englischen Astronomen John Flamsteed (1646-1719) zum Doktor der Philosophie. Nur elf Tage später, am 12. April, veröffentlichte er die Schrift „Untersuchungen der Umlaufbahn des Großen Kometen von 1811“, die ihn in Fachkreisen in ganz Europa bekannt machte. Als Leiter der Sternwarte im heutigen Turku in Finnland profilierte Argelander sich so sehr, dass er 1828 der erste Inhaber eines neu gegründeten Lehrstuhls für Astronomie in Helsinki wurde. Als die preußische Regierung 1836 die Errichtung eines astronomischen Institutes an der Universität Bonn beschloss, wurde die Stelle des Sternwartendirektors Argelander angetragen. 1837 zog er nach Bonn und bereitete den Bau einer Sternwarte vor. In dieser Zeit nutzte er einen alten Festungsbau am Rhein für seine Beobachtungen. Er bestimmte die scheinbaren Helligkeiten aller von Mitteleuropa aus mit bloßem Auge sichtbaren Sterne. Er beschäftigte sich eingehend mit veränderlichen Sternen und entwickelte die später so genannte Argelandersche Stufenschätzungsmethode. Sie erwies sich in der Folgezeit und vor Entwicklung der Fotografie bzw. elektronischer Messgeräte, als unverzichtbares Hilfsmittel bei der Beobachtung veränderlicher Sterne und der Fotometrie. Die neue Sternwarte Bonn an der Poppelsdorfer Allee wurde Mitte 1844 fertiggestellt und 1845 eingeweiht. 1849 begann Argelander mit einer neuen Durchmusterung des Himmels. Er teilte den Himmel in 200 Zonen ein und führte bis zum Mai 1852 23.250 Beobachtungen an 17.000 Sternen durch. Jede Positions- und Helligkeitsbestimmung wurde mit bekannten Sternen abgeglichen, um ein möglichst hohes Maß an Genauigkeit zu erreichen.

Welches hohe Ansehen er sich auch in seiner neuen Universität verschaffte, wird daran deutlich, dass er sogar zweimal das Amt des Rektors bekleidete (1850 und 1864), was nur sehr wenige Bonner Professoren erreichten. 1863 war Argelander einer der Mitbegründer der deutschen Astronomischen Gesellschaft.

 

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