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Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF)

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"Ein Schlüssel zum Erfolg des ZEF liegt in seiner Vielfalt. Eine zunehmend vernetzte Welt mit ihren globalen Problemen wie Klimawandel, Armut, Hunger, Nahrungsmittelunsicherheit, Gesundheit und Umweltschutz macht uns immer abhängiger voneinander. Zwar unterscheiden sich unsere Studenten durch Herkunft und Kultur, Identität, Glaubensrichtungen und Weltanschauungen. Doch so unterschiedlich sie sind, so groß sind auch die Gemeinsamkeiten. Wir alle haben das Ziel, eine nachhaltige Zukunft mitzugestalten." (Dr. Günther Manske)

Dr. Günther Manske ist akademischer Koordinator des Doktorandenprogrammes am Zentrum für Entwicklungsforschung seit der Gründung des Programmes im Jahr 1999. Er selbst ist Agrarwissenschaftler und arbeitet als Koordinator mit Nachwuchswissenschaftlern aus verschiedenen Kulturen und Disziplinen: "Ich kümmere mich um ihre Ausbildung und helfe Ihnen bei der Organisation ihres Lebens in Bonn".

Ein Forschungsschwerpunkt der Universität Bonn besteht darin, innovative und technologische Beiträge zur UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung zu leisten: “Hier greift die Forschung am ZEF. Die Doktorandenforschung am ZEF konzentriert sich auf institutionelle Innovationen sowie auf ökologische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit im Bereich der Wasser- und Landnutzung. Hierbei spielen u.a. auch Fragen wie Ernährungssicherung, Gesundheit, Artenschutz, Bioökonomie, nachhaltige Nutzung von Ressourcen und Energie und Armutsbekämpfung eine Rolle.”

Günther Manske

Dr. Manske, ZEF Doktorandenprogramm Koordinator, in einem Meer von Flaggen der Herkunftsländer der ZEF-Doktoranden, die seit 1999 nach Bonn gekommen sind, um am Programm teilzunehmen. Foto (auch oben): Volker Lannert

In den letzten Jahren wurde das ZEF als einer der weltweit führenden Think-Tanks eingestuft. Viele ihrer Doktoranden arbeiten für internationale Organisationen, Regierungen und Forschungsinstitute auf der ganzen Welt. "Sie sind „Change Agents“ für eine nachhaltige Entwicklung."

Im Durchschnitt nimmt das ZEF jährlich etwa 30 Doktoranden neu auf, von denen etwa 80% aus Entwicklungs- und Schwellenländern kommen. Nachwuchswissenschaftler und –wissenschaftlerinnen sind ungefähr gleich verteilt.

Das internationale und interdisziplinäre Doktorandenprogramm des ZEF gliedert sich in drei Teile: Das erste Jahr findet in Bonn statt und besteht aus Seminaren und der Vorbereitung auf die Feldforschung. Im zweiten Jahr begeben sich die Doktoranden für Feldforschung nach Afrika, Asien oder Lateinamerika. Im letzten Jahr schreiben die Kandidaten zurück in Bonn ihre Abschlussarbeiten.

"Mit diesem Ausbildungsansatz strebt das ZEF mit seiner Entwicklungsforschung danach, Grenzen akademischer Disziplinen zu überschreiten und die Kluft zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu überbrücken. Interdisziplinarität bedeutet, dass Forscherteams aus verschiedenen Disziplinen gemeinsam an Forschungsfragen und -lösungen arbeiten. Transdisziplinarität geht noch weiter und bezieht Politik und Praxis in die Forschung mit ein."

Gestatten: ZEF Doktorandin Poornima Thapa

"In meiner Forschung konzentriere ich mich auf den Alltag von Frauen. Der wird im Entwicklungsdiskurs oft übersehen oder vernachlässigt."

Gestatten Oliver Kirui, Post-Doc am ZEF

"Durch meine Forschung kann ich zu einem nachhaltigen Wachstum der Landwirtschaft und zur Ernährungssicherheit in Afrika und Indien beitragen."

 

Was ist Ihre Aufgabe am ZEF und seit wann sind Sie in dem Doktorandenprogram BIGS-DR involviert?

Ich koordiniere das ZEF-Doktorandenprogramm von Beginn an. Als das Programm 1999 gegründet wurde, war vieles in Bonn im Umbruch. Es war das Jahr, als die Bundesregierung von Bonn nach Berlin zog. Die Räume im ZEF-ZEI-Gebäude waren zum Teil noch von Abgeordneten belegt. Mangels Platz wurde der erste Kurs im Doktorandenprogramm im Sitzungsaal der Landesvertretung NRW durchgeführt – im selben Raum, in den Wochen zuvor die Koalitionsverhandlungen der damaligen rot-grünen Bundesregierung stattgefunden hatten.

Was ist besonders an dem Doktorandenprogramm am ZEF?

Das Programm ist international und interdisziplinär ausgerichtet, hat ein Zeitfenster von etwa drei Studienjahren, einschließlich eines praxisnahen Feldforschungsjahres welches die Studierende selbständig in Afrika, Asien oder Lateinamerika verbringen.

BIGS-DR am ZEF ist ein internationales Doktorandenprogram in dem die Forscher viele verschiedene Herkünfte und Hintergründe haben. Warum ist das wichtig?

Der Schlüssel zum Erfolg des ZEFs liegt in seiner Vielfalt. Eine zunehmend vernetzte Welt mit ihren globalen Problemen wie Klimawandel, Armut, Hunger, Nahrungsmittelunsicherheit, Gesundheit und Umweltschutz macht uns immer abhängiger voneinander. Zwar unterscheiden sich unsere Studenten durch Herkunft und Kultur, Identität, Glaubensrichtungen und Weltanschauungen. Doch so unterschiedlich sie sind, so groß sind auch die Gemeinsamkeiten. Wir alle haben das Ziel, eine nachhaltige Zukunft mitzugestalten.

Als Koordinator des Doktorandenprogrammes, wie schaffen Sie es außerordentliche Talente von aus der ganzen Welt zu rekrutieren?

Am Anfang haben wir das Programm noch über Zeitungen, wie z.B. im Economist, in Nature und im Science, ausgeschrieben, was sehr kostspielig war. Mittlerweile werben wir nur noch über das Internet und die sozialen Medien. Außerdem werben inzwischen die vielen Alumni, die überall in der Welt im Entwicklungsbereich arbeiten, für uns. Aus Doktoranden, die in der Vergangenheit im Rahmen des ZEF-Doktorandenprogramms promoviert haben, ist manch einer Professor geworden. Diese schicken mittlerweile ihre besten Studenten zur Promotion ans ZEF.

Was zieht Nachwuchsforscher zu dem ZEF an der Universität Bonn?

Die Universität Bonn hat mittlerweile international einen sehr guten Ruf. Sie rangiert weltweit unter den 100 besten Universitäten. Sie ist eine starke Forschungsuniversität. Für die Entwicklungsforschung ist die Nähe zu UN-Einrichtungen und internationalen Forschungszentren in Bonn von großem Vorteil. Die meisten Einrichtungen sind, übrigens wie das ZEF, erst in den letzten 20 Jahren entstanden. Auch das ZEF hat inzwischen ein weltweites Renommee. Es wird seit mehreren Jahren in Rankings von weltweit führenden Think Tanks erwähnt.

Ökonomie, Ökologie und Sozialwissenschaften sind die Eckpfeiler der Forschung am ZEF. Wie wichtig sind diese Bereiche für die Erforschung von Innovationen und Technologien für eine nachhaltige Zukunft?

ZEF forscht zu sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Veränderungen in den sogenannten "Entwicklungsländern". Den Herausforderungen, denen diese Länder gegenüberstehen, können nur aus verschiedenen wissenschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Perspektiven verstanden werden. Das ZEF strebt mit seiner Entwicklungsforschung danach, Grenzen akademischer Disziplinen zu überschreiten und die Kluft zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu überbrücken. Interdisziplinarität bedeutet, dass Forscherteams von verschiedenen Disziplinen gemeinsam an Forschungsfragen und -lösungen arbeiten. Transdisziplinarität geht noch weiter und bezieht Politik und Praxis in die Forschung mit ein.

Was sind Ihrer Meinung nach die großen technologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen, auf die sich die Doktorarbeiten am ZEF konzentrieren?

Die großen Herausforderungen der Zukunft sind in der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung mit Ihren 17 Zielen beschrieben. Ein Forschungsschwerpunkt der Universität Bonn befasst sich mit Innovation und Technologie für eine nachhaltige Zukunft. Hier greift die Forschung am ZEF. Die Doktorandenforschung am ZEF konzentriert sich auf institutionelle Innovationen sowie auf ökologische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit im Bereich der Wasser- und Landnutzung. Hierbei spielen u.a. auch Fragen wie Ernährungssicherung, Gesundheit, Artenschutz, Bioökonomie, nachhaltige Nutzung von Ressourcen und Energie und Armutsbekämpfung eine Rolle.

Was motiviert Sie am meisten an Ihrer Arbeit?

Ich habe mit vielen jungen, engagierten und interessierten und neugierigen Forschern aus unterschiedlichen Kulturen und Disziplinen zu tun. Ich kümmere mich um ihre Ausbildung und helfe ihnen bei der Organisation ihres Lebens in Bonn. Es ermutigt mich sehr, wenn ich sehe, womit sich viele unsere Absolventen nach ihrer Rückkehr in ihre Heimatländern oder in internationalen Organisationen, in Regierungs- und Forschungseinrichtungen im In- und Ausland beschäftigen. Sie sind „Change Agents“ für eine nachhaltige Entwicklung.

Dr. Günter Manske, März 2018. 

Günther Manske Seminar

Dr. Günther Manske und Maike Retat-Amin, Koordinationsassistentin, leiten ein Seminar für ZEF-Doktoranden im ersten Jahr zur Vorbereitung zur Feldforschung. Foto: Volker Lannert

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