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SiSi - Sinnüberschuss und Sinnreduktion von, durch und mit Objekten

Projektbeschreibung SiSi

 

SiSi - Sinnüberschuss und Sinnreduktion von, durch und mit Objekten


Sprecher:
 

Prof. Dr. Ludwig Morenz
Institut für Archäologie und Kulturanthropologie
Abteilung für Ägyptologie
Brühler Str. 7
53119 Bonn


Projekt:

Der interdisziplinäre Verbund SiSi untersucht, wie Menschen den Bedeutungsüberschuss von Dingen nutzten und nutzen, um Sinn und Handlungsorientierung zu finden. Es geht um objektbasierte Praktiken zur Bewältigung außergewöhnlicher Situationen (Krisen, Ungewissheit und Veränderung) mit den komplementären Aspekten von Sinnüberschuss und Sinnreduktion, wobei eine Verschränkung von Sinn-Bedürfnis und Handlungsfähigkeit angenommen wird. Rituale, in die Objekte eingebunden sind, um ihnen eine schützende Wirkung abzugewinnen, werden ebenso untersucht wie Prozesse, durch die Dinge zum materialisierten schlechten Omen wurden. An der der kultur- und zeitübergreifenden Forschungsfrage arbeiten Forschende aus Ägyptologie, Altamerikanistik / Ethnologie, Medizingeschichte und Psychiatrie / Mad Studies zusammen.

Das Potenzial der Verflechtung dieser sogenannten Kleinen Fächer und des Austauschs über theoretische Fragen und methodische Herangehensweisen, die insbesondere Arbeiten mit Objektsammlungen in universitären Museen (Ägyptisches Museum, Bonner Altamerika-Sammlung (BASA)) und die partizipativ fundierte Generierung und Exploration neuer Wissensbestände einschließt, versprechen einen hohen wechselseitigen Zugewinn an Kompetenz und Reflexion.

Die in den vier Teilprojekten untersuchten Objekte sind höchst unterschiedlich: altägyptische Amulette, amerindische chaquiras, medizinische Geräte zur „Nervenberuhigung“ um 1900 und individuell dingliche Bedeutungsträger krisenerfahrener Menschen seither. Diese kulturellen Dinghorizonte in Kontexten von „Vormoderne“ und „Moderne“ sowie aus verschiedenen Regionen der Welt werden in eine hermeneutisch produktive Spannung gebracht, wobei der Blick auf die amerindischen Gesellschaften dichotome Kategorien wie vormodern/modern und mythisch/wissenschaftlich fluide werden lässt. Aufbauend auf die Ergebnisse der miteinander vernetzt arbeitenden Teilprojekte sollen übergreifende Thesen über den Zusammenhang von verschiebbaren Ding-Bedeutungen und erlebten Handlungsmöglichkeiten der Menschen zur Diskussion gestellt werden.

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