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Arbeit und Steuern

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Mit einem Forschungsaufenthalt an der Universität Bonn stellen sich natürlich auch arbeits- und steuerrechtliche Fragen. Auf dieser Seite finden Sie zur ersten Orientierung wichtige Informationen und Ansprechpartner. Weitere Fragen beantworten wir gerne im Welcome Center.

Arbeiten

Arbeitserlaubnis für Forschende

Wissenschaftliches Personal von Hochschulen und Forschungseinrichtungen, internationale Forschende und technische Mitarbeiter/innen im Team eines internationalen Forschenden: In diesen Fällen ist die Zustimmung des Bundesagentur für Arbeit nicht erforderlich. Das Ausländeramt in Bonn kann die Genehmigung zur Ausübung der wissenschaftlichen Beschäftigung direkt erteilen und in die Aufenthaltserlaubnis eintragen.

Arbeitsrechtliche Regelungen für Partnerinnen und Partner

Für Ehepartner/innen, die selbst keine Forschenden sind und in Deutschland arbeiten wollen, ist in der Regel die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit notwendig. Sie müssen beim Ausländeramt der Stadt Bonn eine Aufenthaltserlaubnis beantragen, die Ihnen die Erwerbstätigkeit erlaubt und hierzu ein konkretes Arbeitsangebot vorlegen. Das Ausländeramt leitet den Antrag intern an die Arbeitsagentur weiter, die prüft, ob Deutsche oder EU-Staatsbürger/innen vorranging beschäftigt werden müssen. Diese Prüfung kann einige Wochen oder sogar mehrere Monate dauern.

Staatsangehörige der EU, des EWR und der Schweiz

EU-Bürger/innen sowie Staatsangehörige des EWR und der Schweiz haben uneingeschränkten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Sie brauchen keine Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit, um einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.

Arbeitsvertrag oder Ernennung

Ihr Gehalt und andere Arbeitsbedingungen werden für wissenschaftliche Mitarbeiter/innen in einem Arbeitsvertrag mit der Universität Bonn festgelegt. Verbeamtete Professoren/innen und wissenschaftliche Beamte/innen werden dagegen ernannt.

Das Gehalt für Beamte/innen richtet sich nach dem Bundesbesoldungsgesetz und den einschlägigien Landesregelungen, das Gehalt für Professoren/innen nach der dort geregelten W-Besoldung.

Das Gehalt für wissenschaftliche Mitarbeiter/innen richtet sich im Bundesland Nordrhein-Westfalen nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L).

 

Formulare der Personalabteilung

Wichtige Formulare der Personalabteilung finden Sie im Intranet:

Steuern

Aufenthalt mit Arbeitsvertrag

Falls Sie Ihren Forschungsaufenthalt im Rahmen eines Beschäftigungsverhältnisses mit Arbeitsvertrag in Bonn verbringen und länger als ein halbes Jahr bleiben, werden Sie grundsätzlich in Deutschland nach Ihrem ingesamt weltweit erwirtschafteten Einkommen und Vermögen besteuert.

Die Einkommensteuer wird unmittelbar von Ihrem Gehalt abgezogen und vom Arbeitgeber, also von der Universität, direkt an den Staat abgeführt. Die Höhe der Steuer hängt von Einkommen, Familienstand und Steuerklasse ab.

Jeder gemeldeten Person wird eine sogenannte Identifikationsnummer zugewiesen, die ein Leben lang ihre Gültigkeit behält (Steuer-ID). Diese Nummer erhalten Sie in der Regel per Post ein bis zwei Wochen nach der Anmeldung beim Dienstleistungszentrum der Stadt Bonn.


Aufenthalt mit Stipendium

Falls Sie Ihren Forschungsaufenthalt in Bonn im Rahmen eines Stipendiums verbringen, sind Sie unter bestimmten Voraussetzungen im Rahmen des deutschen Einkommenssteuergesetzes von der Steuer befreit. Hier empfiehlt sich Rücksprache mit Ihrem jeweiligen Stipendiengeber. Außerdem sollten Sie sich erkundigen, ob Ihr in Deutschland gezahltes Stipendium in Ihrem Heimatland versteuert werden muss. Voraussetzungen für die Steuerfreiheit von Stipendien in Deutschland sind:

  • Vergabe des Stipendiums aus öffentlichen Mitteln oder durch einen öffentlichen oder gemeinnützigen Träger (soweit nach deutschem Recht anerkannt)
  • Vergabe des Stipendiums zur Förderung der Forschung bzw. wissenschaftlichen oder künstlerischen Ausbildung oder Fortbildung
  • Das Stipendium ist nicht höher als zur Erfüllung der Forschungsaufgabe oder zur Bestreitung des Lebens- und Ausbildungsbedarfs erforderlich 
  • Das Stipendium beinhaltet keine Gegenleistungspflicht oder Arbeitnehmertätigkeit des Empfängers

Doppelbesteuerungsabkommen

Um zu verhindern, dass Ausländer/innen gleichzeitig in Deutschland und in ihrem Heimatland besteuert werden, gibt es mit vielen Ländern sogenannte Doppelbesteuerungsabkommen. Darin wird geregelt, in welchem Land Steuern gezahlt werden müssen. Wenn Sie kürzer als ein halbes Jahr (183 Tage) in Deutschland bleiben, wenn Sie bei einem ausländischen Arbeitgeber tätig sind und wenn für diesen Fall das Doppelbesteuerungsabkommen das Besteuerungsrecht dem Heimatland zuweist, wird das Gehalt im Heimatland besteuert.

Mit einigen Ländern gibt es die Vereinbarung, dass Hochschullehrende und Forschende, die für höchstens zwei Jahre nach Deutschland kommen, um hier in einer öffentlichen Forschungseinrichtung zu forschen, ihre Steuern im Heimatland zahlen können.

Im Einzelnen kann dies den Regelungen zum Doppelbesteuerungsabkommen, die es für EU-Mitgliedstaaten und auch einige andere Staaten gibt, entnommen werden.

Eine Übersicht der von Deutschland abgeschlossenen Doppelbesteuerungsabkommen finden Sie hier.


Steuererklärung

Am Ende eines Kalenderjahres haben Sie die Möglichkeit, einen Antrag auf Lohnsteuerausgleich beim Finanzamt Ihres Wohnortes zu stellen. Mit diesem können Sie unter Umständen einen Teil der gezahlten Steuern zurückerstattet bekommen. Die dafür benötigten Unterlagen erhalten Sie bei den Bonner Finanzämtern oder online beim Bundesministerium der Finanzen. Alternativ können Sie Ihre Steuererklärung auch auf elektronischem Weg als ELSTER (Elektronische Lohnsteuererklärung) übermitteln.

Sollten Sie bereits in Ihr Heimat- oder in ein anderes Aufenthaltsland gezogen sein, können Sie auch von dort die Lohnsteuererklärung einreichen. Diese sollte bis 31. Mai des folgenden Jahres beim örtlichen Finanzamt abgegeben werden, spätestens aber bis zum 31. Dezember. 

Wenn das Finanzamt die Steuererklärung bearbeitet hat, bekommen Sie einen Steuerbescheid, in dem steht, ob und in welcher Höhe Ihnen Steuern rückerstattet werden.

In vielen Fällen bewährt es sich, für die Erstellung einer Steuererklärung kostenpflichtig die Unterstützung eines Steuerberaters hinzuzuziehen. 

Weitere Hinweise erhalten Sie im Welcome Center.

Kirchensteuer

Eine Besonderheit in Deutschland ist die staatlich eingezogene Kirchensteuer. Religionsgemeinschaften haben unter bestimmten Umständen die Möglichkeit, Kirchensteuern durch das Finanzamt einziehen zu lassen. Für die großen Kirchen wird die Kirchensteuer (ca. 9% der Einkommenssteuer) vom Staat zusammen mit der Lohnsteuer eingezogen und automatisch von Ihrem monatlichen Gehalt abgeführt.

Daher müssen Sie bei der Anmeldung im Diensleistungszentrum Ihre Religionszugehörigkeit angeben. Wenn Sie der römisch-katholischen Kirche, lutherischen oder reformierten evangelischen Kirche, der Jüdischen Gemeinde oder bestimmten evangelischen Freikirchen angehören, müssen Sie in Deutschland Kirchensteuer zahlen. Dies ist nicht der Fall, wenn Sie zum Beispiel der anglikanischen oder orthodoxen Kirche angehören.

In Zweifelsfällen können Sie sich beim Dienstleistungszentrum der Stadt Bonn beraten lassen.


Finanzämter in Bonn

Bonn-Innenstadt

Welschnonnenstr. 15
53111 Bonn
Tel: 0228-7180

Bonn-Außenstadt
Bachstr. 36
53115 Bonn

Tel: 0228-72680

 

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