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Wissenschaft und Familie

Die Zeit der Familiengründung fällt bei vielen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in die Zeit der Qualifizierungsphase. Ziel der Universität ist es daher, vor allem im Bereich Forschung für das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu sensibilisieren.

 

Befristet beschäftigtes wissenschaftliches Personal

Wissenschaft und FamilieAn deutschen Hochschulen überwiegen beim wissenschaftlichen Personal bei weitem die befristeten Beschäftigungsverhältnisse. Die Rechtsgrundlagen sind jedoch für die nach dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG) befristet beschäftigten Mitarbeiter und die auf Dauer Beschäftigten gleichermaßen das Mutterschutzgesetz sowie das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG).

Für die nach dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz befristet Beschäftigten ist zu unterscheiden, ob diese gemäß § 2 Abs. 1 (zur Qualifizierung bis zu einer Dauer von 6 Jahren vor der Promotion und 6 Jahre nach der Promotion) befristet beschäftigt sind oder gemäß § 2 Abs. 2 (sog. Drittmittelbefristung) . 

Befristung zur Qualifizierung

Nur für die nach § 2 Abs. 1 befristet Beschäftigten verlängert sich der Arbeitsvertrag gem. § 2 Absatz 5 Nr. 1 WissZeitVG für längstens 2 Jahre, um die Zeiten der Beurlaubung wegen Betreuung und Pflege eines oder mehrerer Kinder unter 18 Jahren oder pflegebedürftigen Angehörigen. Eine automatische Verlängerung, die allein von der Zustimmung des/r Mitarbeitenden abhängig ist, findet ferner statt für Zeiten, in denen Elternzeit beansprucht wurde, ein Beschäftigungsverbot bestand bzw. sich die Mitarbeiterin in Mutterschutz befand (§ 2 Abs. 5 S. 1 Nr. 3 WissZeitVG). Die Dauer der Unterbrechung unterliegt keiner gesonderten zeitlichen Beschränkung. Bei Ausschöpfen der Elternzeit bzw. bei aufeinander folgenden Elternzeiten verlängert sich der Ablauf der verbliebenen Vertragslaufzeit nach Ende aller Elternzeiten entsprechend. Die Elternzeit kann daher bei der Verlängerung nur zeitanteilig berücksichtigt werden, wenn Mitarbeitende während der Elternzeit in Teilzeit an der Hochschule weiter arbeiten. Eine Teilzeitbeschäftigung außerhalb der Hochschule oder Forschungseinrichtung, die in keinem Zusammenhang mit der wissenschaftlichen Qualifizierung steht, bleibt außer Acht.

Sollte das befristete Beschäftigungsverhältnis vor Ende der Beurlaubung enden, entsteht lediglich ein anteiliger Anspruch auf Verlängerung des Beschäftigungsverhältnisses. Die Verlängerung des Vertrages schließt sich unmittelbar an das ursprüngliche Ende des befristeten Arbeitsverhältnisses an. Liegt jedoch zum Zeitpunkt des Vertragsendes der Unterbrechungsgrund (Mutterschutz oder gewährte Elternzeit) noch vor, so wird der Beginn der Vertragsverlängerung bis zum Wegfall des Unterbrechungsgrundes verschoben. Somit würde die Verlängerung des Arbeits­verhältnisses auf den Tag nach Ende der Mutterschutzfrist bzw. der gewährten Elternzeit fallen.

Weiterhin besteht für den oben genannten Personenkreis die Möglichkeit die zulässige Befristungsdauer bei Betreuung von Kindern unter 18 Jahren um bis zu 2 Jahre zu verlängern, wenn dies vom Institut so beantragt wird. Eine derartige Verlängerung über die längstmögliche zulässige Befristungsdauer nach § 1 und 2 Abs. 1 WissZeitVG wird erst nach Ausschöpfung der gesetzlichen Frist gewährt. Notwendig ist dafür die Geburtsurkunde und Meldebescheinigung des Kindes.

Häufig gestellte Fragen zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz.

Drittmittelbefristung

Bei Beschäftigten, die nach § 2 Abs. 2 WissZeitVG im Rahmen eines Drittmittelprojektes befristet beschäftigt sind, wird nach Möglichkeit eine Vertragsverlängerung veranlasst. Eine Drittmittelbefristung wird ausschließlich dann vorgenommen, wenn die Fristen des WisssZeitVG ausgeschöpft sind.

Teilzeit- und Befristungsgesetz

Für Beschäftigte, die nach § 14 TzBfG befristet sind, besteht kein gesetzlicher Anspruch auf Verlängerung des Arbeitsvertrages um die Zeiten der Beurlaubung. 

Ein Praxisleitfaden für Doktorandinnen und Doktoranden, herausgegeben von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), findet sich hier.

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