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Ein versteinerter Weihnachtsbaum

"Fossil des Monats" diente Dinosauriern als Nahrung

Aus keiner Region der Erde kommen so viele attraktive Nadelbaum-Fossilien wie aus dem Petrified Forest in Arizona. So auch die Baumstammscheibe, die als Fossil des Monats Dezember im Goldfuß-Museum der Universität Bonn in der Nussallee 8 zu bewundern ist - ein im wahrsten Sinne des Wortes "steinaltes" Exemplar: 215 Millionen Jahre zählt das wunderschöne Fossil.

Experten haben die versteinerte Holzscheibe mit einer Gesteinssäge aus einem Stammstück herausgetrennt und danach geschliffen und poliert. Dadurch kommt die Farbenpracht des Fossils am besten zur Geltung. Sie ist auf verschiedene Mineralsalze zurückzuführen, die während der Fossilisation eingelagert wurden. Diese bei Hölzern häufige Art der Versteinerung wird auch als Achatisierung bezeichnet.

Da bei fossilem Holz die Mikrostruktur meist gut erhalten ist, lässt es sich genau bestimmen und mit heutigen Bäumen vergleichen. Das Holz aus dem Petrified Forest gehört zu einer ursprünglichen Gruppe von Nadelbäumen, den Araucarien. Sie waren zur Dinosaurier-Zeit (Erdmittelalter oder Mesozoikum) weitverbreitet, überleben heute aber nur noch mit je einer Art in Chile (Araucaria auracana, Chilefichte) und auf einer abgelegenen Insel im Südpazifik (Araucaria excelsa, Zimmertanne). Man kann die Araucarien deshalb mit Recht als lebende Fossilien bezeichnen.

Araucarien bildeten früher dichte Bestände. Ihre Fossilien kommen häufig in denselben Erdschichten vor, in denen auch Dinosaurier gefunden wurden. Daher nimmt man an, dass ihre Zweige und Zapfen auf dem Speiseplan vieler pflanzenfressender Dinosaurier standen. Insbesondere die Dino-Riesen, die Sauropoden wie Brachiosaurus, konnten mit ihren langen Hälsen auch die Äste hoher Bäume erreichen. Möglicherweise suchten sie bevorzugt nach den nahrhaften Zapfen.

Öffnungszeiten: Mo-Fr 9-16 Uhr, So 13-17 Uhr, Samstag und Feiertage geschlossen. Eintritt frei. Ab sofort ist auch die die Dauerausstellung "Fossilien - Zeugen vergangener Welten" wieder im Museum zu sehen. 

Ansprechpartner:
Dr. Martin Sander,
Institut für Paläontologie,
Tel: 0228/73-3105,
E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

Bild zu dieser Pressemitteilung

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Fotograf: Georg Oleschinski, Institut für Paläontologie

Baumstammscheibe
(Bild in Originalauflösung 738 KB)
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