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Von Mammutsterben bis Mobilfunk

Dies Academicus lockt mit breitem Programm

Das Handy hat in den letzten Jahren einen wahren Siegeszug angetreten - immer wieder begleitet von hitzigen Diskussionen, ob die hochfrequenten Mobilfunk-Felder ein Gesundheitsrisiko darstellen. Am 4. Dezember um 16 Uhr informiert der Physiologe Professor Dr. Rainer Meyer über den gegenwärtigen Forschungsstand und aktuelle eigene Ergebnisse. Der Vortrag in Hörsaal VII ist ein Programmpunkt des diesjährigen Dies Academicus, zu dem die Universität Bonn in ihre traditionsreichen Hallen einlädt. Quer durch die sieben Fakultäten spannt sich das Spektrum der angebotenen Themen.

Auf besonderes Interesse werden in diesem Jahr sicherlich wieder die medizinischen Themen stoßen – ob es dabei um die chirurgische Behandlung des Grauen Stars geht oder um die Fernüberwachung Herzkranker mit Hilfe tragbarer Diagnose-Geräte, die ihre Messwerte regelmäßig per Mobilfunk an den behandelnden Arzt übermitteln. Einen Schwerpunkt widmet die Universität mit der Medizin im Dritten Reich einem besonders dunklen Kapitel auch der Bonner Geschichte. So wurden an Kliniken der Bonner Medizinischen Fakultät Menschen gegen ihren Willen unfruchtbar gemacht, Psychiatrie-Professoren entschieden über Tod oder Leben ihrer Patienten, die Anatomie arbeitete mit den Leichen Hingerichteter. Der Vortrag des Bonner Medizinhstorikers Dr. Ralf Forsbach um 14 Uhr im Hörsaal VIII möchte an diese Vorgänge erinnern und auf das Problem der persönlichen Verantwortung der damaligen Mediziner eingehen. Um 15 Uhr spricht Professor Dr. Udo Benzenhöfer, ebenfalls Medizinhistorisches Institut, zum Thema „Euthanasie im Dritten Reich“, während Astrid Ley von der Universität Erlangen-Nürnberg um 16 Uhr die Wanderausstellung „gewissenlos – gewissenhaft. Menschenversuche im Konzentrationslager“ vorstellt, die ab Ende Januar im Stadthaus zu sehen sein wird.

Unter anderem um die Frage, ob die schroffe Kritik der Bundesregierung an der amerikanischen Irak-Politik für die deutsche Außenpolitik sinnvoll und hilfreich war, geht es in einem Vortrag des bekannten Bonner Politologen Professor Dr. Christian Hacke um 11 Uhr in Hörsaal X. Er beleuchtet Anspruch und Wirklichkeit der rot-grünen Außenpolitik im 21. Jahrhundert. Im selben Raum geht der Historiker Professor Dr. Joachim Scholtyseck um 14 Uhr auf die Entwicklung des Antiamerikanismus in Deutschland ein.

Für viele verkörpern sie die schlechten Seiten der internationalen Finanzmärkte: Kaum ein anderes Finanzprodukt erregt die Gemüter so sehr wie Optionen, Kaufverträge zu festgelegten Preisen, die erst zu einem späteren Zeitpunkt eingelöst werden. Sind Optionen wirklich "Teufelszeug", von dem man besser die Finger lassen sollte? Worin besteht ihr Nutzen und ihr Risiko, und was ist ein fairer Preis? Antworten zu diesen Fragen gibt um 14 Uhr in Hörsaal V ein Vortrag von Professor Dr. Klaus Sandmann.

Vor gut 12.000 Jahren starben Mammut und Riesenhirsch aus. Zur selben Zeit erfand der Mensch immer bessere Waffen. Wurden die großen Säugetiere der Eiszeit also vom jagenden Homo sapiens ausgerottet? Dass diese Annahme voreilig ist, zeigt der Bonner Paläontologe Professor Dr. Wighart von Koenigswald um 12 Uhr in Hörsaal X: Zur selben Zeit änderten sich nämlich Klima und Umwelt wesentlich. Erweitert man zudem den Fokus auf die Entwicklung der Säugetierfauna innerhalb der letzten 150.000 Jahre, ergibt sich ein überraschend anderes Bild, in dem die Jagd des frühen Menschen beim Verschwinden der Großsäuger nur noch eine geringe Rolle spielt.

Am Dies Academicus sind auch die Universitäts-Museen geöffnet. Über Führungen und das weitere Programm informiert die Dies-Zeitung, die im Hauptgebäude ausliegt. Für den musikalischen Rahmen sorgt um 13 Uhr in der Garderobenhalle der Jazzchor mit "Spirituals a capella"; um 20 Uhr wird das Collegium Musicum mit einem Orchesterkonzert in der Aula sicher wieder für volle Ränge sorgen. Einlasskarten gibt’s kostenlos beim Collegium Musicum, Am Hof 7. Ebenfalls vormerken sollten sich Kunstinteressierte einen Abendtermin im Studio für Kunsterziehung, Am Hof 7: Um 19.30 eröffnet Professor Dr. Heijo Klein dort die Ausstellung "Körper im Raum" mit Aktzeichnungen von Lisa Bille.

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