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Die wahren Baumeister der Pyramiden

Steinblöcke bestehen größtenteils aus Einzeller-Schalen

Gigantisch liegen die Wahrzeichen Ägyptens vor den Toren Kairos: die Pyramiden von Gizeh. Aus den verbauten Gesteinmengen könnte man eine zwei Meter hohe und 20 Zentimeter dicke Mauer um ganz Deutschland bauen; allein die Cheops-Pyramide ist 35mal so schwer wie der Kölner Dom. Mehr als 6 Millionen Kalksteinblöcke wurden in den drei großen Pyramiden verbaut. Sie bestehen zu einem großen Teil aus den Gehäuseschalen von Einzellern, so genannter Foraminiferen. Als "Fossilien des Monats Oktober" sind im Goldfuß-Museum in der Nussallee bis zu zehn Zentimeter große Foraminiferen-Schalen zu besichtigen - einzeln, aber auch eingebettet in Kalkstein aus Gizeh.

Die Einschlüsse sind linsen- oder münzenförmig und gaben Anlass für so manche Fehlinterpretation: Der griechische Geschichtsschreiber Herodot, der Ägypten im 5. Jahrhundert vor Christus bereiste, war davon überzeugt, dass es sich um Nahrungsreste der Pyramidenarbeiter, also versteinerte Linsenfrüchte, handelte. Aufgrund ihrer münzenförmigen Gestalt nannte man die Kalkschalen "Nummuliten", Münzensteine. Sie machen fast 60 Prozent der Pyramidengesteine von Gizeh aus; die Einzeller sind damit die "wahren Baumeister" der Pyramiden.

Foraminiferen waren vor 50 Millionen Jahren die häufigsten Bewohner der Flachmeere, die damals Teile Ägyptens bedeckten. Aus dem Meeressediment brachen die Architekten der Pyramiden in Steinbruchfeldern nahe Gizeh später die durchschnittlich 2,5 Tonnen schweren Quader, die sie für den Bau der heutigen Wahrzeichen Ägyptens benötigten.

Mit den "Nummuliten" setzt das Goldfuß-Museums im Institut für Paläontologie nach der großen Besucherresonanz die Veranstaltungsreihe "Fossil des Monats" fort. Die Besucher konnten in den letzten Wochen auf der Webpage des Museums abstimmen, was sie als Fossil des Monats November sehen möchten. Das Ergebnis: Im November wird der spannenden Frage nachgegangen, warum Ammoniten trotz gewisser Ähnlichkeiten doch nicht näher mit Schnecken verwandt sind und warum einige Ammoniten so groß werden konnten.

Weitere Informationen gibt es auf den Internetseiten des Museums unter http://www.paleontology.uni-bonn.de/institut/museum/start.htm.

Ansprechpartner: Dr. Martin Sander Institut für Paläontologie Nussallee 8 Tel: 0228/73-3105 E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

 

Bilder zu dieser Pressemitteilung

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"Fossile Linsensuppe"
Foto: Martin Langer, Paläontologisches Institut Bonn
Sehen aus wie Münzen: Nummuliten
Foto: Martin Langer, Paläontologisches Institut Bonn
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