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Feuersbrünste sorgen für das Überleben

Australische Baumgattung ist Pflanze des Monats August

Der Kontinent Australien ist die Heimat vieler für uns Mitteleuropäer fremdartig anmutender Lebewesen; so auch der eigentümlichen "Feuerbäume" der Gattung Banksia (Familie Proteaceae). Benannt sind sie nach dem englischen Naturforscher Sir Joseph Banks, der die Pflanzen als Teilnehmer der ersten Cook'schen Weltreise 1770 in Australien entdeckte. Auch der Botanische Garten der Universität Bonn beherbergt stattliche Exemplare, die dort im August als Pflanzen des Monats geführt werden.

In riesigen Kübeln bewachen zwei Feuerbäume (Banksia serrata) rechts und links den Eingang zu den Gewächshäusern des Botanischen Garten. Es sind vermutlich die größten Exemplare in Europa. Banksien gehören zur altertümlichen, auf der Südhalbkugel verbreiteten Familie der Proteaceen. Aus Südafrika kennt man hier die artischockenähnlichen Blütenstände der Nationalpflanze Protea. Vielleicht noch bekannter ist die einzige Nutzpflanze der Familie, die australische Macadamia-Nuss, die unter der Bezeichnung "Hawaii-Nuss" im Handel ist.

Im August öffnen sich die gelbgrünen Blütenstände der Banksien, denen wegen ihrer eigentümlichen Form, Struktur und Größe Ähnlichkeit mit Klobürsten nachgesagt wird. Robust müssen sie jedenfalls auch sein, denn Banksien werden von Beuteltieren und Papageien bestäubt. An ihren Blütenständen entwickeln sich reichlich steinharte Nüsse, die sich niemals öffnen. So sammelt die Pflanze über Jahre hinweg einen reichen Samenvorrat an. Worauf wartet sie, fragt sich vielleicht mancher, und Kenner wissen: auf die nächste Feuersbrunst! Denn was für andere Lebenwesen eine Katastrophe darstellt, ist für Banksien ein notwendiger Bestandteil der Fortpflanzung. Denn erst wenn zum Beispiel durch Blitzschlag ein Buschbrand entsteht und die im Gegensatz zum Rest der Pflanze gut Brennbaren Blütenstände vom Feuer erfasst werden, platzen die Nüsse auf und entlassen den Samen. Die Asche der vom Feuer hingerafften Konkurrenz stellt einen hervorragenden Dünger für den Banksien-Nachwuchs dar. Pyrophyten nennen die Ökologen solche Feuerpflanzen. Den ganzen August über gibt es im Botanischen Garten am Standort der Pflanzen und in Führungen nähere Informationen.

Foto zu dieser Mitteilung

Unsere Fotos zeigen einen Blütenstand der Banksien und die Feuerbäume vor dem Poppelsdorfer Schloss (Fotos: Prof. Barthlott).

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