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Spülen für die Wissenschaft

Institut für Landtechnik sucht Testpersonen für Studie

Wer kennt nicht das leidige Thema? In der Küche türmen sich schmutzige Teller und Tassen, aber keiner will den Abwasch machen. Kein Problem für Bonner Forscher: Sie suchen derzeit 100 Testpersonen, die einen Berg Geschirr spülen, den sie zuvor schmutzig gemacht haben - nach streng wissenschaftlichen Kriterien, versteht sich. Denn die Sektion Haushaltstechnik am Institut für Landtechnik der Universität Bonn hat jetzt eine Studie zum Thema "Handgeschirrspülen in Europa" gestartet, mit der ein Team um Professor Dr. Rainer Stamminger ergründen will, wie sich die Europäer in ihren Spülgewohnheiten unterscheiden. Gesucht werden freiwillige Testspüler aus Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen, Portugal, der Slowakei, Spanien, der Türkei und Tschechien.

Auf die Testpersonen wartet Geschirr, das von den Wissenschaftlern "angeschmutzt" wurde. Eine Norm für den Vergleich von Geschirrspülmaschinen gibt die Prozedur vor: Die hartnäckige Schmutzmischung besteht aus Haferflocken, Milch, Ei, Hackfleisch, Tee, Spinat und Margarine, und das verschmutze Geschirr wird auch noch zwei Stunden zum Trocknen gestellt! Erst danach dürfen die Testpersonen dem Berg aus insgesamt 140 Geschirrteilen zu Leibe rücken. Während die Probanden Bürsten und Geschirrtücher schwingen, schauen ihnen die Forscher zu und machen Notizen. Außerdem sind zahlreiche Fragen zu beantworten, zum Beispiel: Wann und wie oft wird gespült? Welche Hilfsmittel werden eingesetzt? Wie wird das Spülgut getrocknet?

"Wir wissen bereits, dass es Super-Spüler und Spül-Sparer gibt, aber wir wissen nicht, wie häufig die einzelnen Spülertypen in der Bevölkerung vorkommen. Wir wissen auch nicht, ob es signifikante Unterschiede im Verbraucherverhalten hierzu in Europa gibt", so Professor Stamminger zu den Zielen der Studie. Zusätzlich zu den Beobachtungen wollen die Wissenschaftler mit den Fragebögen eine Datenbasis für die Analyse der unterschiedlichen Arten des Handgeschirrspülens in den verschiedenen Kulturkreisen erhalten. Auch die Frage nach den Vorteilen einer Geschirrspülmaschine hoffen die Wissenschaftler so besser beantworten zu können.

Der Zeitaufwand pro Testperson beträgt insgesamt ca. zwei Stunden und wird entsprechend vergütet. Personen, die an der Studie teilnehmen möchten, können sich bei Frau Sonntag unter der Telefonnummer 0228/73-5955 melden.

Fotos zu dieser Mitteilung

Spülen für die Wissenschaft: Die Ökotrophologie-Studentinnen (v.l.n.r.) Anja Elschenbroich, Susanne Dörr und Ricarda Badura überwachen die Spül-Studie.








Bild 2: (v.l.n.r.) Susanne Dörr, Anja Elschenbroich und Ricarda Badura. (Fotos: R. Stamminger/Uni Bonn)

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