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Sie sind hier: Startseite Die Universität Informationsquellen Presseinformationen 2002 Für den Nachwuchs ging Hahn Manfred hinter Gitter

Für den Nachwuchs ging Hahn Manfred hinter Gitter

Uni-Versuchsgut bewahrt Hühnerrasse vor dem Aussterben

Zwei Monate unschuldig im Knast, und dennoch hat Manfred aus Hennef seine Zeit in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Siegburg sichtlich genossen. Heute hat er das Gefängnis wieder verlassen. Manfred ist der stolze Hahn des "Wiesengutes", einem in Hennef (Sieg) gelegenen Versuchsbetrieb für Organischen Landbau der Universität Bonn. Der Gockel gehört zur alten, vom Aussterben bedrohten Hühnerrasse "Westfälische Totleger". Mit seinem "Hafturlaub" hat Manfred wesentlich zum Fortbestehen seiner Rasse beigetragen: Straffällige Jugendliche betreuen in der JVA Westfälische Totleger im Rahmen der Arbeitstherapie. Die 80 Nachkommen, die Manfred in Haft zeugte, können nun als wertvolle Zuchttiere abgegeben werden.

Das Wiesengut hat sich der Erhaltung der Westfälischen Totleger verschrieben. Während sich vor 100 Jahren ihre Besitzer noch häufig sorgten, dass sich die eifrigen Hühner mit rund 200 Eiern im Jahr "zu Tode legen" würden, bekam die aus Westfalen stammende Hühnerrasse zunehmend Konkurrenz von modernen Hochleistungsrassen, die die genügsamen Westfalen heute dank konzentrierten Futters im Eierlegen weit übertreffen. So gerieten die Totleger schnell in Vergessenheit und wurden nur knapp vor dem Aussterben bewahrt.

Übrigens war Manfred innerhalb der Gefängnismauern der Hahn im Korb und natürlich nicht hinter Gittern untergebracht. Vielmehr hatte er mit seinen Hühnern den für Biogeflügel vorgeschriebenen Auslauf zur Verfügung. Gelegenheit, Manfred und weitere alte Haustierrassen und Nutzpflanzenarten persönlich kennenzulernen, ist am Sonntag, 1. September 2002. Denn beim diesjährigen Tag der offenen Tür auf dem Wiesengut in Hennef sind sie der Themenschwerpunkt.

Weitere Informationen über den Versuchsbetrieb gibt es im Internet unter http://www.iol.uni-bonn.de/wiese.htm

Ansprechpartner für die Presse: Frank Wetterich und Frank Täufer, Institut für Organischen Landbau der Universität Bonn, Telefon: 0228/73-5975, E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

Ein Beitrag des Instituts für Organischen Landbau der Universität Bonn zur Aktion biologischevielfalt.de

 

Fotos zu dieser Pressemitteilung

Westfälische Totleger

Manfreds Nachwuchs

Manfred verlässt die JVA

Unsere Fotos: Westfälische Totleger (oben) drohen auszusterben. Hahn Manfred (unten) hat in der JVA Siegburg für Nachwuchs (Mitte) gesorgt: (v.l.n.r.) Joachim Mross vom Wiesengut, ein in der Tierbetreuung tätiger Häftling (anonym) und JVA-Beamter Michael Breuer (verantwortlich für Tierhaltung und Arbeitstherapie). Fotos: Frank Täufer

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