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Kräfte, die Uhren stillstehen lassen und Tumoren sichtbar machen

Tag der Offenen Tür in der Radiologie

Ein ultramodernes Diagnosesystem wird jetzt an der Radiologischen Klinik der Universität Bonn in Betrieb genommen: Der weltweit erste Typ eines neuartigen Hochfeld-Magnetresonanz-Tomographen, der sowohl für die Diagnose von Krankheiten als auch für die klinische Forschung völlig neue Möglichkeiten eröffnet. Am Freitag, dem 3. Mai, von 13 bis 16 Uhr veranstaltet die Radiologische Klinik auf dem Venusberg, Sigmund-Freud-Straße 25, einen Tag der Offenen Tür, auf dem die Mediziner über die Vorzüge des mehrere Millionen Euro teuren Geräts zu informieren. Ein Highlight: Demonstrationen, die die ungeheure Kraft des supraleitenden Elektromagneten verdeutlichen, dessen Feldstärke dem 30.000-fachen des Erdmagnetfeldes entspricht.

Der Philips-Konzern hat der Universität das mehrere Millionen Euro teure Gerät zur Verfügung gestellt; besonders stolz ist die Radiologische Klinik, dass sie sich dabei gegen renommierte Mitbewerber aus den USA, Japan und Europa durchsetzen konnte. Bereits heute gelten Magnetresonanz- oder Kernspin-Tomographen als das "Nonplusultra" der medizinischen Diagnostik. Ohne Strahlenbelastung ermöglichen sie den Blick ins Körperinnere. Dadurch können Radiologen Erkrankungen praktisch sämtlicher Körperteile sehr früh und sehr genau erkennen – in der Regel besser als mit allen anderen Untersuchungsverfahren wie beispielsweise Ultraschall, Röntgen oder Katheteruntersuchungen. Das neuartige 3-Tesla-Hochfeld-System, das in diesen Wochen auf dem Bonner Venusberg installiert wird und mit besonders starken Magnetfeldern arbeitet, kann jedoch weit mehr. "Durch das Gerät werden nicht nur bestehende Untersuchungstechniken verbessert; wir erwarten vielmehr, dass sich auch fundamental neue diagnostische Ansätze realisieren lassen", ist der Direktor der Radiologischen Klinik, Prof. Dr. Hans Schild, überzeugt. Nicht nur im klinischen Bereich, etwa bei der Früherkennung von Krebserkrankungen wie Brustkrebs, eines drohenden Herzinfarktes oder von neurologischen Erkrankungen wie Schlaganfall oder Multiple Sklerose, rechnet der Mediziner mit deutlichen Fortschritten. "Auch für die patientennahe Grundlagenforschung, beispielsweise die Untersuchung der Funktionsweise des Gehirns zur Verbesserung der Epilepsie- und Schlaganfallbehandlung oder die Erfolgskontrolle von Stammzell-Experimenten, bedeutet das Gerät einen großen Schritt vorwärts."

Weit mehr als 50 Kilometer Draht enthalten die Magnetspulen des Tomographen. Die supraleitenden Magneten werden mit flüssigem Helium auf -273 Grad Celsius gekühlt; einmal mit Strom versorgt, erzeugen sie permanent ein ultrastarkes Magnetfeld, das nicht einfach abgeschaltet werden kann: Erst wenn die Kühlung gestoppt wird, bricht das Feld zusammen. Die Magnetkräfte sind so stark, dass sie Uhren zum Stillstand bringen, und selbst kaum magnetische Gegenstände wie z.B. Kugelschreiber können durch die Kraft des Magneten wie Geschosse angezogen und so zu gefährlichen Projektilen werden. Die Besucher des Tages der Offenen Tür erwartet ein abwechslungsreiches Programm aus Vorträgen und Experimenten. Unterhaltung und Information verspricht auch ein Vortrag des Münchner Astrophysik-Professors Harald Lesch, der regelmäßig seinen Fans in der Fernseh-Sendung "Alpha Centauri" erklärt, ob es Außerirdische gibt, was Wurmlöcher sind oder wie es zu den Eiszeiten kam.

Ansprechpartner für die Medien:
Priv.-Doz. Dr. Christiane Kuhl
Tel.: 0228/287-5874 oder 0170/4484642
Fax: 0228/287-6093
E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

bzw.

Professor Dr. Hans Heinz Schild
Tel.: 0228/287-5870

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