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Bessere Lehrsituation dank Studienbeiträgen

Investitionen in Technik, Bücher, Möbel und Mentoren

Das Rektorat der Universität Bonn hat jetzt die ersten fakultätsübergreifenden Maßnahmen festgelegt, die in den Jahren 2007 und 2008 aus Studienbeiträgen finanziert werden sollen. Schwerpunkte der zentralen Maßnahmen sind die Verbesserung des Bibliotheksangebots, elektronische Studienhilfen und ein zentrales Schlüsselqualifikationszentrum. Die übrigen drei Viertel der Einnahmen aus Studiengebühren erhalten die Fakultäten und Institute für fachspezifische Verbesserungsmaßnahmen.

Die Universität Bonn hat im Wintersemester 2006/2007 von Studienanfängern erstmals Studienbeiträge in Höhe von 500 Euro erhoben. Insgesamt kamen rund 1,2 Millionen Euro zusammen. Nach der Studienbeitrags- und Gebührensatzung der Universität wird ein Viertel davon für fakultätsübergreifende Maßnahmen verwendet, während drei Viertel für Verbesserungen der Lehre in den Fächern und Fakultäten bestimmt sind. Ab dem Sommersemester 2007 sind alle Studierenden beitragspflichtig. Die Universität rechnet mit Einnahmen von bis zu 10 Millionen Euro pro Semester.

Bis Mitternacht in der Bibliothek büffeln

Bis zu 500.000 Euro im Jahr will die Universität Bonn für die Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) verwenden und in Anschaffungen und längere Öffnungszeiten investieren. Die ULB verfügt über einen Literaturbestand von über zwei Millionen Bänden sowie zahlreiche elektronische Medien und Informationsquellen. "Längere Öffnungszeiten der Bibliotheken stehen auf der Wunschliste der Studierenden ganz weit oben", sagt ULB-Direktorin Dr. Renate Vogt. Ab dem kommenden Jahr werden zunächst die Öffnungszeiten der Abteilungsbibliothek in Poppelsdorf verlängert. Montag bis Freitag kann man dort künftig bis Mitternacht (statt bis 21 Uhr) büffeln. Erstmals wird die Poppelsdorfer Niederlassung auch samstags geöffnet sein. Die Hauptbibliothek soll erst nach Abschluss der umfangreichen Sanierungsarbeiten mit erweiterten Benutzungszeiten glänzen.

Nicht zuletzt wegen des Neuzuschnitts vieler Studiengänge im Zuge von Bachelor und Master ändere sich derzeit der Bedarf an Lehrbüchern. "Wir müssen vieles neu beschaffen und die Lehrbuchsammlungen gezielt aufstocken", sagt die ULB-Direktorin. Dies sei kurzfristig möglich, weil es bereits genaue Daten über die Ausleihfrequenz von Lehrbüchern gibt. So seien die am stärksten nachgefragten Lehrbücher juristische Fallsammlungen und Klausurenkurse. "Der Klausurenkurs von Schmidt-Jortzig/Heyen zum Verwaltungsrecht wurde im vergangenen Jahr 137 mal ausgeliehen", erklärt Dr. Vogt.  ...

Neben klassischen Druckwerken wird die ULB aber auch mehr elektronische Zeitschriften anbieten, wo diese für das Studium gebraucht werden - beispielsweise in der Psychologie. Und erstmals erwirbt die ULB zunächst für das Fach Medizin Lizenzen für so genannte "e-Books" und stellt so Lehrbücher auch in elektronischer Form zur Verfügung. Von der zur Zeit laufenden Online-Nutzerbefragung erhofft sich die ULB wertvolle Anregungen zur Verbesserung ihrer Leistungen für Studium und Lehre.
Ausbau der elektronischen Angebote

Weitere 500.000 Euro stehen jährlich unter anderem für den Ausbau der IT-Infrastruktur der Universität zur Verfügung. Fast jeder dritte Bonner Student nutzt inzwischen regelmäßig die Lernplattform "e-Campus" nutzt - Tendenz steigend. Zusätzliche Schulungsangebote für Dozenten und Nutzer sollen die Ergänzung von Lehrangeboten im Netz erleichtern. Gleichzeitig rüstet sich die Universität nachrichtentechnisch für die Erfordernisse der neuen Studiengänge. Es entstehen ein elektronisches Vorlesungsverzeichnis und ein Softwaretool zur studienbegleitenden Prüfungsverwaltung. Als weitere Maßnahme beschloss das Rektorat den Aufbau eines Schlüsselqualifikationszentrums, das die Vermittlung berufsqualifizierender Zusatzkenntnisse koordinieren wird.

Moderne Hörsäle und neue Seminarräume

In den Fakultäten richten sich die ersten Maßnahmen nach den jeweiligen fachlichen Gegebenheiten und erkannten Engpässen in der Infrastruktur. So stehen in der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät Hörsaalmodernisierungen auf der Prioritätenliste weit oben. Die Fakultät hat bereits die zuständigen Gremien eingesetzt. Dekan Professor Dr. Armin B. Cremers sagt: "Ich erwarte konkrete Vorschläge für die Verteilung der verfügbaren Mittel im Laufe des kommenden Monats." Für Direkthilfe habe das Dekanat aus eigener Reserve einen Fonds zur Vorfinanzierung dringender Maßnahmen eingerichtet. Die Medizinische Fakultät will für ihre Studenten auf dem Venusberg ein modernes Seminargebäude und ein W-LAN-Netz für die Lehre einrichten.

Die Evangelisch-Theologische Fakultät sieht laut Dekan Professor Dr. Eberhard Hauschildt einen Schwerpunkt im Ausbau ihres Lehrangebots in den Sprachen Griechisch, Latein und Hebräisch. Auch die Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät wird in Kürze entscheiden, welche Maßnahmen am dringendsten umgesetzt werden sollen. Im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften sollen zum Sommersemester zehn zusätzliche Tutorenstellen geschaffen werden. Dekan Professor Dr. Gerhard Wagner sagt: "Der Bedarf für Verbesserungen in der Lehre ist groß: Wir brauchen unter anderem mehr Zugänge zu Datenbanken und neue Schließfächer im Juridicum. Die Frage ist, was wir als erstes anpacken. Da sind die Studenten gefragt." Noch im Wintersemester hoffe man erste Verbesserungsmaßnahmen umsetzen zu können.  ...

Erfahrene Studierende erhalten Mentoren-Stellen

In der Philosophische Fakultät sollen vor allem die zehn Institute in den Genuss der zusätzlichen Mittel kommen. Auch hier werden Kommissionen eingerichtet, die zur Hälfte mit Studierenden besetzt sind. Schon jetzt zeichnen sich erste Maßnahmen ab. Sie reichen von der Verbesserung der Infrastruktur durch Neubeschaffung von Tischen, Stühlen, Bibliothekscomputern und Beamern bis hin zur Aufstockung von Lehrpersonal. "Im Institut für Germanistik möchten wir den neuen Bachelor-Studenten ein Dutzend Mentoren an die Seite zu stellen", sagt Dekan Professor Dr. Jürgen Fohrmann. Dabei handelt es sich um erfahrene Studierende aus höheren Semestern, die Lehrveranstaltungen begleiten, und bei der Orientierung im Studium helfen werden.

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