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Sie sind hier: Startseite Die Universität Informationsquellen Presseinformationen 2006 Eingriff am Herzen ist ihre einzige Chance

Eingriff am Herzen ist ihre einzige Chance

Spendenaufruf für drei herzkranke Kinder aus Afghanistan

Ihre Herzen sind im Dauerstress. Das Risiko einer Herzklappen-Entzündung oder eines Lungenhochdrucks ist für drei Kinder aus Afghanistan hoch. Langfristig drohen ihre Herzen zu versagen. Ursache ist ein Kurzschluss zwischen der Hauptschlagader und der Lungenarterie - einer der häufigsten angeborenen Herzfehler. Aber ein komplizierter Eingriff am Herzen ist in ihrer Heimat nicht möglich. So wollen Kinderkardiologen am Universitätsklinikum Bonn den Kurzschluss mittels eines "Pfropfens" verschließen. Doch die Behandlungskosten von insgesamt rund 15.000 Euro können die Familien nicht allein aufbringen. Darum bitten der Verein für Afghanistan-Förderung und das Bonner Universitätsklinikum die Bevölkerung um Spenden.

Jedes ungeborene Kind braucht den Ductus Botalli, eine Kurzschlussverbindung zwischen der Körperschlagader und der Lungenschlagader. Denn vor der Geburt übernimmt der Mutterkuchen die Sauerstoffversorgung, und das Kind kann seine Lungen noch nicht nutzen. Das Foramen ovale - ein Ventil zwischen dem rechten und linken Herzvorhof - leitet das Blut an der Lunge vorbei in das linke Herz. Blut, das trotzdem in die Lungenschlagader gelangt, wird durch den Ductus Botalli in die Körperschlagader umgeleitet. Nach dem ersten Atemzug des Kindes verschließt sich diese Öffnung normalerweise innerhalb weniger Stunden.

Doch bei dem fünfjährigen Mädchen und den zwei Jungen aus Afghanistan im Alter von neun Monaten und acht Jahren ist der Ductus Botalli offen geblieben. Daher muss die linke Herzkammer seit ihrer Geburt deutlich mehr arbeiten. Die Kinder haben Atemprobleme und sind in ihrer körperlichen Belastbarkeit eingeschränkt. "Durch die vermehrte Lungendurchblutung sind sowohl Lunge als auch Herz chronisch überbelastet. Auf Dauer kann die Überbelastung von Herz und Lunge zu Lungenhochdruck und Herzversagen führen. Außerdem ist das Risiko einer Entzündung der Herzklappe hoch", sagt Privatdozent Dr. Johannes Breuer, Direktor der Kinderkardiologie des Universitätsklinikums Bonn.

Daher wollen die Bonner Kinderkardiologen den offenen Ductus Botalli bei den drei kleinen Patienten mittels genau passender "Pfropfen" verschließen. Der minimal invasive Eingriff dauert in der Regel 1 Stunde. Dabei wird ein Pfropfen, der wie ein Sektkorken geformt ist, mittels Katheter von der Leiste her zum Herzen geschoben und genau in den Defekt platziert. Herausgedrückt aus der Katheterspitze öffnet sich der erste breite Teil des "Sektkorkens". Wenn der Katheter etwas zurückgezogen wird, entfaltet sich der zweite schmale Teil im offenen Ductus Botalli. "Dieser Pfropfen verschließt nun die Kurzschlussverbindung und es kommt sofort zu einer Entlastung des Herzens", sagt Kinderkardiologe Breuer, der über eine umfangreiche Erfahrung mit diesem komplikationsarmen Eingriff verfügt.

Wer den drei Kindern aus Afghanistan helfen möchte, kann eine Spende auf folgendes Konto überweisen:

Kontoinhaber: Universitätsklinikum Bonn
Kreditinstitut: Sparkasse KölnBonn
Bankleitzahl: 370 501 98
Kontonummer: 10 650 661
Verwendungszweck: Projekt G-022.0022 (bitte unbedingt angeben)


Spender, die eine Spendenbescheinigung wünschen, können sich an PD Dr. Johannes Breuer, Direktor der Abteilung für Kinderkardiologie am Zentrum für Kinderheilkunde des Universitätsklinikums Bonn, unter  Telefon: 0228/287-33350 oder E-Mail: johannes.breuer@ukb.uni-bonn.de wenden.

Kontakt für die Medien:
Privatdozent Dr. Johannes Breuer
Leiter der Abteilung für Kinderkardiologie
Zentrum für Kinderheilkunde des Universitätsklinikums Bonn
Telefon: 0228/287-33350
E-Mail:
johannes.breuer@ukb.uni-bonn.de

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