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Diskussion um die \"politisch korrekte\" Bibel

Öffentliches Symposium zur Alternativ-Übersetzung der Heiligen Schrift, die in wenigen Tagen auf den Markt kommt

"Da schuf Gott die Menschen als göttliches Bild, als Bild Gottes wurden sie geschaffen, männlich und weiblich hat er, hat sie, hat Gott sie geschaffen": So hört sich Genesis 1,27 in einer Übersetzung an, die in wenigen Tagen auf den Markt kommt. Seit 2001 arbeiten mehr als 50 Übersetzerinnen und Übersetzer an einer "Bibel in gerechter Sprache". Ob das Resultat gelungen ist oder sich die "politisch korrekte" Fassung der Heiligen Schrift vom ursprünglich Gemeinten entfernt, ist am Mittwoch, 18. Oktober, Thema eines öffentlichen Symposiums an der Universität Bonn. Die Veranstaltung findet von 15 bis 18 Uhr in Hörsaal I des Uni- Hauptgebäudes statt.

Endlich eine salonfähige Bibel?! Das wäre dem angeblich meistverkauften und seltenst gelesenen Buch wohl zu wünschen: dass es in den Salons und Wohnzimmern nicht nur einstaubt, sondern auch gelesen und diskutiert wird. Um den heutigen Leserinnen und Lesern eine mögliche Hemmschwelle der Lektüre zu nehmen, begann daher 2001, betreut vom Gütersloher Verlagshaus, eine Projektgruppe ihre Arbeit, der erstmals eine "Bibel in gerechter Sprache" vorschwebte: Frauen sollten in dieser Übersetzung nicht länger bloß "mitgemeint", sondern explizit angesprochen werden. Gott selbst sollte endlich auch als weibliches Subjekt sprechen dürfen. Und auch die neutestamentlichen Feindseligkeiten gegenüber dem Judentum sollten "entschärft" werden, wie gewaltsame Ausdrücke überhaupt.

In wenigen Tagen wird das Ergebnis auf dem Buchmarkt präsentiert. "Bereits jetzt steht fest: die mehr als 50 Übersetzerinnen und Übersetzer schließen damit eine Lücke in der Reihe der Bibelübersetzungen", erklärt Klaus Kirchhoff vom Institut für Religionspädagogik der Evangelisch-Theologischen Fakultät. Dennoch erntet das Projekt nicht nur Zustimmung. "Der Versuch, der Bibel eine 'political correctness' zu verleihen,  nötigt zu deutlichen Eingriffen in den Text", betont der Theologe. "Entfernt sich die Bibel in gerechter Sprache damit vom ursprünglichen Text und Sinn oder korrigiert sie die Bibel gewissermaßen mit der Bibel, um ihren Sinn zu bewahren?" Um diese Fragen kontrovers zu diskutieren, laden die Evangelisch-Theologische Fakultät und die Zeitschrift Evangelische Theologie (Gütersloher Verlagshaus) alle Interessierten zu dem öffentlichen Symposium ein. Die Teilnahme ist kostenlos; eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter http://www.bibel-in-gerechter-sprache.de/

Kontakt:
Klaus Kirchhoff
Evangelisch-Theologische Fakultät der Uni Bonn
Telefon: 0228/73-9585
E-Mail:
k.kirchhoff@ev-theol.uni-bonn.de

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