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Ursachen der Lese- und Rechtschreibstörung gesucht

Europäisches Gemeinschaftsprojekt unter Beteiligung der Uni Bonn / 2,5 Millionen Schulkinder in Europa sind betroffen

Mit dem Projekt NeuroDys hat die größte europäische Zusammenarbeit zur Klärung der biologischen Grundlagen von Dyslexie begonnen. Dyslexie oder Legasthenie ist eine häufige, schwere Lese- und Rechtschreibstörung mit starkem biologischem Anteil. In NeuroDys kooperieren 15 europäische Gruppen und Kliniken, darunter auch die Universität Bonn. Die EU fördert das Projekt mit insgesamt 3 Millionen Euro.

Die Bonner Gruppe ist am Department of Genomics des Life & Brain-Zentrums angesiedelt."Wir wollen vor allem herausfinden, welche genetischen Faktoren zur Dyslexie beitragen", erklärt ihr Leiter Professor Dr. Markus Nöthen."Wir sind daher zusammen mit Wissenschaftlern aus Oxford ganz wesentlich für die molekulargenetischen Arbeiten verantwortlich."

Mindestens 5 Prozent aller Schulkinder leiden unter einer Lese- und Rechtschreibschwäche. Um die komplexe Beziehung zwischen Dyslexie, Kandidaten-Genen und Gehirn zu klären, benötigt man möglichst viele Betroffene aus verschiedenen Kulturen und mit unterschiedlichen Muttersprachen. NeuroDys verbindet die Spitzenforschung von 15 europäischen Gruppen und Kliniken. Damit deckt das Projekt die häufigsten Sprachen der 2,5 Millionen Schulkinder mit Dyslexie in Europa ab. Das Projekt bringt durch seine innovativen Ansätze Leseprobleme sowohl mit der Genetik als auch mit der Umgebung, und mit der Struktur und Funktion des Gehirns in Beziehung. Fast 4.000 Kinder werden im Rahmen dieser koordinierten Anstrengung untersucht; oft in enger Verbindung mit entsprechenden nationalen Projekten.

Die Schaffung der weltweit größten biologischen Datenbank zur Dyslexie soll Europa in knapp drei Jahren an die Spitze der Dyslexieforschung. bringen. Die Integration von Befunden zu Molekulargenetik, Umwelt, Gehirn und Verhalten ermöglicht ein vertieftes Verständnis von universellen und kulturspezifischen Aspekten der Lese-Rechtschreibstörung. Dies bildet auch die wissenschaftliche Basis für eine gezieltere und wirksamere Behandlung.


Kontakt:
Prof. Dr. Markus Nöthen
Department of Genomics
Life & Brain Zentrum, Universität Bonn
Telefon: 0228/6885404
E-Mail:
markus.noethen@uni-bonn.de

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