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Sie sind hier: Startseite Die Universität Informationsquellen Presseinformationen 2006 Schwergewichtige Zeitgenossen des Neanderthalers

Schwergewichtige Zeitgenossen des Neanderthalers

Goldfuß-Museum der Uni Bonn zeigt Fossilien von Flusspferden und Wasserbüffeln<br>

Vor 120.000 Jahren traf der Neanderthaler in Europa ein paradiesisches Klima an: Die Temperaturen lagen im Schnitt um etwa zwei Grad höher als heute; Elefanten und Auerochsen durchstreiften die ausgedehnten Wälder, Hirsche und Wildschweine bereicherten den Speiseplan des "Urmenschen". Das Goldfuß-Museum der Universität Bonn zeigt im Juli und August als "Fossilien des Monats" Skelettfunde von zwei schwergewichtigen Zeitgenossen unseres nächsten Verwandten.

Das Klima des Eiszeitalters hatte wärmere und kältere Abschnitte. Der Neanderthaler lebte nicht nur in den Kaltzeiten, wo er seinen Lebensraum mit Mammut und Wollnashorn teilte, sondern auch in Warmzeiten, wo der "Urmensch" auf Waldelefanten und Auerochsen traf. Während der letzten Warmzeit, vor 127.000 bis 110.000 Jahren, breiteten sich auch Wasserbüffel und Flusspferd vom Mittelmeer bis nach Holland und England aus. Dabei folgten sie den großen Flüssen wie dem Rhein.

Die nächsten Verwandten, der indische Wasserbüffel und das afrikanische Nilpferd, kommen heute vor allem in subtropischen Gebieten vor. Sie können aber auch in gemäßigten Breiten überleben, wenn die Winter sehr mild sind. Die Fossilien aus dem Rhein belegen somit einen sehr starken atlantischen Einfluss auf das Klima der letzten Warmzeit. 

Reste beider Arten sind als "Fossilien des Monats" bis Ende August im Goldfuß-Museum zu sehen. Die Fossilien dieser seltenen Arten wurden in der nördlichen Oberrheinebene bei Darmstadt gefunden und sind Leihgaben des Feldbergmuseums Beedenkirchen und der Sammlung Frank Menger, Groß-Rohrheim. Die Ausstellungsstücke bilden einen passenden Rahmen zum Kongress "150 Years of Neanderthal Discoveries", der am 21. Juli an der Uni Bonn beginnt.


Kontakt:
Prof. Dr. Wighart v. Koenigswald
Institut für Paläontologie der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-3104
E-Mail:
Koenigswald@uni-bonn.de

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Alle Fotos: Georg Oleschinski, Uni Bonn

Wasserbüffel- und Flußpferdfossilien im Goldfußmuseum
Fossile Wasserbüffelhörner aus dem Rhein
Fossile Wasserbüffelhörner aus dem Rhein
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