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Welches Menschenbild leitet die Humantechnologien?

Tagung an der Universität Bonn mit Kardinal Lehmann und Ethikrat-Mitglied Volker Gerhardt

Biologie und Medizin haben einen großen Einfluss auf unser Menschenbild: Je mehr wir wissen, desto größer wird die Versuchung, den Menschen einzig und allein als komplizierte Maschine zu verstehen, deren Funktion durch Krankheiten beeinträchtigt wird, die man aber auch optimieren kann. Welche Konsequenzen diese rein mechanistische Vorstellung beispielsweise für die Würde des Menschen haben kann, ist am 1. und 2. Juni Thema einer Tagung an der Universität Bonn. Schlussredner sind am Freitag, 2. Juni, ab 13.30 Uhr Ethikrat-Mitglied Professor Dr. Volker Gerhardt und Karl Kardinal Lehmann. Kontrovers dürfte daher die anschließende Podiumsdiskussion verlaufen, mit der die Veranstaltung ausklingt. Denn Gerhardt und Lehmann vertreten beispielsweise zur Forschung mit Embryonen unterschiedliche Positionen. Interessenten sind herzlich willkommen.

Die Tagung mit dem Titel "Menschen-Bilder" findet anlässlich des 30. Todestages Martin Heideggers statt, der am 16. Mai 1976 starb. "Wie kein anderer Philosoph hat Heidegger die metaphysischen Wurzeln der neuzeitlichen Technik erarbeitet und auch schon sehr früh auf die Möglichkeiten und Gefahren der Biotechnologie hingewiesen", erklärt Professor Dr. Günter Seubold, der die Veranstaltung mit Unterstützung durch Kulturamt, Volkshochschule Bonn und den "Rheinischen Merkur" auf die Beine gestellt hat. "Es ist kaum abzusehen, welche Konsequenzen die Humantechnologien mittel- und langfristig für das menschliche Selbstverständnis haben werden", sagt Seubold. Beispiel therapeutisches Klonen: Die Gegner argumentieren mit der Menschenwürde des Embryos, die Befürworter mit der des Kranken. Unter dem Druck des Machbaren verschieben sich bereits die Grenzen: Die Justizministerin Brigitte Zypries hat jüngst in einer Rede vorgeschlagen, dem Embryo außerhalb des Mutterleibes zwar ein Lebensrecht zuzusprechen, aber nicht die Menschenwürde. Das Lebensrecht könnte man dann für die Güterabwägung gegen ein anderes Lebensrecht freigeben.

Die Tagung beginnt am Donnerstag, dem 1.6., um 20.00 Uhr in Hörsaal IX des Uni-Hauptgebäudes mit einem Einführungsvortrag Seubolds zum 30. Todestag Martin Heideggers. Am Freitag folgen im Festsaal der Universität Vorträge von Prof. Dr. Hubertus Busche, Prof. Dr. Santiago Ewig, Prof. Dr. Christian Hillgruber, Prof. Dr. Volker Gerhardt und Karl Kardinal Lehmann. Die abschließende Podiumsdiskussion beginnt um 15.30.

Ausführliche Informationen gibt es unter
http://www.humantechnologie-tagung.de/

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