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Die Titanenwurz blüht im Doppelpack!

Zwei der drei Knospen haben sich geöffnet

Weltsensation im Botanischen Garten der Universität Bonn am Poppelsdorfer Schloss: Die Titanenwurz hat heute gleich zwei ihrer drei Blütenstände geöffnet - ein Schauspiel, das weltweit noch nirgends zu beobachten war. Besucher können heute noch bis 22 Uhr die größte Blütenpflanze der Welt bewundern. Am morgigen Sonntag hat der Garten ebenfalls von 9 bis 22 Uhr geöffnet. Gegen Abend wird es mit der Pracht dann schon wieder vorbei sein - die beiden Blütenstände werden wohl im Laufe des Sonntags in sich zusammensacken. Wann die dritte und letzte Knospe blüht, ist noch ungewiss.

Die Knolle mit ihrem Rekordgewicht von 117 Kilogramm muss diesmal gleich drei Blütenstände ernähren. "Das ist eine Riesensensation; weltweit wurde dieses Phänomen noch nicht beobachtet", freut sich der Kustos der Botanischen Gärten Dr. Wolfram Lobin. Einen Größenweltrekord stellt die Pflanze in diesem Jahr daher auch nicht auf -im Gegensatz zum Jahr 2003, in dem es dieselbe Pflanze auf die damalige Rekordhöhe von 306 Zentimeter brachte.

Bevor der größte der drei Blütenstände am Sonntag in sich zusammensackt, werden die Botaniker ihn abschneiden und genauer untersuchen. "Immerhin handelt es sich dabei um die leichteste Großkonstruktion, die wir im Pflanzenreich kennen", sagt der Direktor der Botanischen Gärten Professor Dr. Wilhelm Barthlott. "Trotz seiner gewaltigen Höhe wiegt er nur rund neun Kilogramm."

Die Bonner haben deutschlandweit wohl mit die meiste Erfahrung, wie man die weltgrößte Blütenpflanze aufzieht. "Seit 2000 blüht diese eine Pflanze bei uns im Dreijahresabstand", sagt Professor Barthlott. "Das scheint ihr natürlicher Rhythmus zu sein." Mit knapp 120 Kilo scheint die Knolle nun aber ihr Maximalgewicht erreicht zu haben. "Wir glauben, dass sie in mehrere kleinere Knollen zerfällt, sobald der dritte und letzte Blütenstand abgestorben ist." Auch das wurde allerdings noch nie beobachtet. Dr. Wolfram Lobin: "Unser Wissen um die Biologie der Titanenwurz könnte in diesem Jahr einen großen Schritt nach vorne machen!"

In einigen Monaten wird aus den Knollen dann je ein bis zu 5 Meter hohes Blatt wachsen. Sein Aussehen ähnelt dem eines Baums; es ist aber ebenfalls eine Leichtbaukonstruktion, die sich problemlos mit einer Hand umdrücken ließe. Im Herbst beginnt es zu welken, bis es schließlich umkippt.

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