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Weltsensation in Bonn: \"Stinkwurz\" blüht im Dreierpack

Die Titanenwurz wird sich wahrscheinlich am kommenden Freitag, 12. Mai, öffnen

Am kommendem Freitag abend ist es wahrscheinlich soweit: Dann öffnet die Titanenwurz im Botanischen Garten der Universität Bonn am Poppelsdorfer Schloss voraussichtlich den größten ihrer Blütenstände. Eventuell zeigt sich die "Stinkwurz" dabei sogar gleich mehrmals in voller Pracht: Insgesamt drei Knospen sind der knapp 120 Kilogramm schweren Knolle entsprungen. Sie werden sich entweder knapp hintereinander oder sogar zeitgleich öffnen - eine botanische Weltsensation, die bislang weder in Kultur noch in "freier Wildbahn" beobachtet wurde. Die Botanischen Gärten reagieren mit Sonderöffnungszeiten auf den erwarteten Besucheransturm. Über das Internet lässt sich der Blühfortschritt übrigens live beobachten: http://www.botgart.uni-bonn.de/webcam/amorphophallus.jpg

Ganz genau lässt sich der Blühtermin allerdings noch nicht bestimmen: "Wir rechnen zwar damit, dass sich die größte Knospe am Freitag abend öffnet, es kann aber auch schon morgen oder erst am Samstag der Fall sein", erklärt Professor Dr. Wilhelm Barthlott, Direktor der Botanischen Gärten an der Universität Bonn. "Wer ganz sicher gehen will, hält sich am besten über unsere Internet-Kamera auf dem Laufenden."

Einen Größenweltrekord wird die Pflanze in diesem Jahr nicht aufstellen: Mit 250 bis 260 cm von der Knolle bis zur Spitze rechnen die Bonner Botaniker. Grund: Die Knolle mit ihrem Rekordgewicht von 117 Kilogramm muss diesmal gleich drei Blütenstände ernähren. "Das ist eine Riesensensation; weltweit wurde dieses Phänomen noch nicht beobachtet", freut sich der Kustos der Botanischen Gärten Dr. Wolfram Lobin.

Wenn die Titanenwurz blüht, heißt es schnell sein: Die Pracht hält nur ein bis zwei Tage, dann sackt der Blütenstand in sich zusammen. In der Regel öffnet sich die weltgrößte Blütenpflanze abends. Sie verströmt dann über Nacht einen infernalischen Aasgestank und lockt damit Fliegen an, die ihren Pollen übertragen. In diesem Jahr könnten Besucher aber länger Glück haben: "Wenn sich die drei Knospen hintereinander öffnen, zieht sich das Schauspiel entsprechend in die Länge", erklärt Professor Barthlott. "Es könnte aber auch sein, dass sich die drei Blütenstände synchronisieren und die Besucher einen ganzen Titanenwurz-Strauß bestaunen können."

Um den erwarteten Andrang zu bewältigen - vor drei Jahren zog die Riesenstinkwurz immerhin 16.000 Menschen in ihren Bann -, hat das Team um Professor Barthlott Sonderöffnungszeiten eingerichtet. Bleibt es bei dem erwarteten Termin, ist der Botanische Garten am Poppelsdorfer Schloss, Meckenheimer Allee 171, am Freitag und Samstag jeweils von 9 bis 22 Uhr geöffnet und am Sonntag von 9 bis 18 Uhr. Freitags ist der Eintritt frei, am Wochenende wird ein Eintrittspreis von 2 Euro (ermäßigt 1 Euro) erhoben.

Wir werden die Medien rechtzeitig informieren, sobald der genaue Blühtermin abzusehen ist.

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