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Tagung zur Kulturgeschichte des Menschenversuchs

Forscher diskutieren Spannungsfeld zwischen Selbstversuch und Menschenbild

Versuche am lebenden Menschen gibt es seit der Antike; in den NS-Konzentrationslagern führten sie zu einer beispiellosen Fusion wissenschaftlicher Perversion und mörderischer Perfektion. Die Darstellung von Menschenversuchen in Wissenschaft, Literatur, Video und Film sowie ihr Beitrag zum jeweils gültigen Menschenbild sind heute und morgen Thema einer Tagung an der Universität Bonn. Die Veranstaltung findet im Universitätsclub, Konviktstraße 9, statt.

Organisiert wird die Tagung "Kulturgeschichte des Menschenversuchs" durch eine gleichnamige Emmy-Noether-Forschungsgruppe an der Universität Bonn. Ihr Leiter ist Dr. Nicolas Pethes, der unter anderem den wechselseitigen Einfluss von Menschenversuch und Medien untersucht. "Nehmen Sie beispielsweise die Fallgeschichte aus der Psychologie, die im 18. Jahrhundert überhaupt erst entsteht - so nach dem Motto ‚Herr xyz kam zu mir und klagte über schlimme Alpträume'. Die Psychologen hatten ein Darstellungsproblem, dass sie ‚literarisch' lösten - durch diese erzählende Art der Schilderung." Andererseits beeinflusste die wissenschaftliche Fallgeschichte auch die Literatur. "In der Folge beschrieben viele Autoren ihre Protagonisten zunehmend als ‚Fälle' und schafften es durch diesen Trick, dass fiktionale Geschichten als konkrete Fallbeispiele gelesen wurden."

Die Referenten der Tagung nähern sich dem Thema "Menschenversuch" aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Der thematische Bogen reicht vom Pavlovschen Hund über Drogenexperimente in den 60er Jahren (gewissermaßen als "Selbstversuch" zum Sammeln psychedelischer Erfahrungen) bis zum Verhältnis von Tiermodell und Menschenbild.

Kontakt:
Emmy-Noether-Forschungsgruppe "Kulturgeschichte des Menschenversuchs"
Germanistisches Seminar der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-7569
E-Mail:
kgmv@uni-bonn.de

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