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Ärztefortbildung zu Senioren im Straßenverkehr

Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung der Fähigkeit, unangenehme Wahrheiten konstruktiv zu verpacken

Wenn im Alter die Reaktionszeiten länger und die Nachtsicht schlechter werden, ist das vielleicht noch kein Grund, komplett aufŽs Autofahren zu verzichten. Zumindest bei regennasser Fahrbahn oder bei Dunkelheit sollten Betroffene dann jedoch möglichst nach  Alternativen sinnen. Doch wie verpackt man diesen Rat so, dass er auch ankommt? Psychologen der Universität haben eine Fortbildung für Ärzte entwickelt, bei der es unter anderem um dieses Thema geht. In der Veranstaltung am 06. Mai im Mercure Parkhotel Bad Neuenahr, Dahliengarten 1, werden aber auch psychologische und medizinische Ursachen für die nachlassende Verkehrstauglichkeit im Alter sowie rechtliche Rahmenbedingungen behandelt.

Gerade ältere Menschen ziehen das eigene Auto häufig öffentlichen Verkehrsmitteln vor - etwa, weil sie sich an Bushaltestelle oder Bahnhof ungeschützt und gefährdet fühlen. Zudem nimmt die Anzahl älterer Verkehrsteilnehmer mit steigender Lebenserwartung weiter zu. Dazu kommt, dass Reaktionsfähigkeit, Hörvermögen und Sehkraft nur schleichend nachlassen, so dass sich manche Senioren im Straßenverkehr schlicht überschätzen. "Sich Defizite einzugestehen, ist zunächst einmal schwierig", erklärt Kristina Kocherscheid vom Zentrum für Evaluation und Methoden (ZEM) der Universität Bonn. "Entsprechend viel Fingerspitzengefühl ist erforderlich, wenn zum Beispiel Ärzte älteren Patienten die Notwendigkeit vermitteln wollen, das Fahrverhalten den eigenen Möglichkeiten anzupassen."

Die Bundesanstalt für Straßenwesen fördert daher am ZEM seit zweieinhalb Jahren das Forschungsprojekt "Verkehrssicherheits-Botschaften für Senioren: Nutzung der Kommunikationspotenziale im allgemeinmedizinischen Behandlungsalltag". Ziel ist es, Ärzte auf ihre Rolle als Unterstützer, Berater und Lotse älterer Menschen in Fragen der Mobilität und Verkehrsteilnahme vorzubereiten. Dazu haben die Bonner Psychologen eine Fortbildungsmaßnahme entwickelt, die mehrfach modifiziert und von Ärzten und Senioren evaluiert wurde. Inzwischen ist die Fortbildungsveranstaltung von der Ärztekammer Nordrhein und der Bezirksärztekammer Koblenz zertifiziert worden. Eine Pilotveranstaltung im März ist seitens der Teilnehmer auf sehr positive Resonanz gestoßen.

In drei Modulen werden den Teilnehmern unter anderem medizinische und psychologische Grundlagen der nachlassenden Verkehrstauglichkeit im Alter vermittelt und die augenblickliche Rechtslage für die Beurteilung der Verkehrstauglichkeit in Deutschland vorgestellt. "Ein deutlicher Schwerpunkt, der im Laufe des Projekts auch immer wieder von Medizinern gefordert wurde, ist die Frage, wie man etwaige Defizite so vermittelt, dass der medizinische Rat nicht auf taube Ohren stößt", sagt Kristina Kocherscheid. Nähere Informationen zur Fortbildung sowie den Teilnahmemodalitäten sind auf der Homepage der Bezirksärztekammer Koblenz (www.aerztekammer-koblenz.de) und auf der Homepage des Zentrums für Evaluation und Methoden (www.zem.uni-bonn.de/www/ZEM/Forschung/Verkehr.html) zu finden.


Kontakt:
Kristina Kocherscheid
ZEM der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-4153
Fax: 0228/73-6196
E-Mail:
kocherscheid@zem.uni-bonn.de

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