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Sie sind hier: Startseite Die Universität Informationsquellen Presseinformationen 2006 Depression und Schmerz: Zwei Leiden mit derselben Wurzel

Depression und Schmerz: Zwei Leiden mit derselben Wurzel

Symposium auf dem Petersberg klärt über Zusammenhänge und Therapiemöglichkeiten auf

Nicht bei allen Menschen äußert sich eine Depression nur emotional. Viele Betroffene klagen auch über chronische Schmerzen in Kopf, Brust oder Rücken. Bei manchen Patienten fehlt die (üblicherweise als charakteristisch angesehene) negative Gemütsverfassung sogar komplett. Gerade sie haben oft einen langen Leidensweg mit zahllosen Arztwechseln und unnötigen Operationen hinter sich, bevor sie beim Psychologen oder Psychiater landen. Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Bonn möchte über den Zusammenhang zwischen Depression und Schmerz aufklären. Sie veranstaltet am 6. Mai im Gästehaus Petersberg bei Königswinter ein Ärzte-Symposium mit dem Titel "Seelenschmerz".

Wie sich eine Depression äußert, ist auch abhängig vom Kulturkreis: "Menschen aus südlichen Ländern sind häufig körperorientierter; bei ihnen äußert sich auch eine Depression eher in körperlichen Symptomen", erklärt die Bonner Oberärztin Dr. Barbara Hawellek. Mediziner sprechen von "Somatisierung". Eine typische Somatisierungs-Störung ist das so genannte Schmerzsyndrom: Die Patienten leiden unter unspezifischen Schmerzen, klagen über ein Kloßgefühl im Hals, Rückenbeschwerden, Stiche in der Herzregion oder einen Druck auf der Brust. In dicken Patientenakten lässt sich ihr Leidensweg nachlesen: Sie laufen von Arzt zu Arzt, werden vielleicht sogar operiert, ohne dass die Beschwerden nachlassen.

"Natürlich hat Schmerz häufig organische Ursachen", betont Barbara Hawellek. "Manchmal steckt dahinter aber auch eine Depression, die entsprechend behandelt werden muss." Mitunter helfen dann schon Entspannungsübungen, sonst Antidepressiva oder eine Psychotherapie. Zu wenige Ärzte ziehen jedoch bei ihrer Diagnose eine psychische Ursache mit ins Kalkül. Dabei kann ein Fachmann durch gezielte Fragen schnell herausfinden, wo der Schuh drückt - selbst wenn der Patient sich gar nicht depressiv fühlt. Anliegen des Symposiums ist es daher, über den "Seelenschmerz" aufzuklären und Mediziner dafür zu sensibilisieren.

Auf der Veranstaltung geht es unter anderem um die physiologischen Grundlagen der scheinbar so verschiedenen Krankheitsbilder Depression und Schmerz. Außerdem stellen die Referenten Therapiemöglichkeiten und erfolgversprechende Medikamente vor.

Kontakt:
Dr. Barbara Hawellek
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Bonn
Telefon: 0228/287-5723
E-Mail:
Barbara.Hawellek@ukb.uni-bonn.de

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