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Das gelbe Frühlingserwachen

Narzisse ist Pflanze des Monats April

Der Frühling kommt unübersehbar! Wer in diesen Tagen die Wiesentäler von Olef, Perlen- und Fuhrtsbach im deutsch-belgischen Grenzgebiet besucht, trifft hier auf unzählige Exemplare der Gelben Narzisse (Narcissus pseudonarcissus). In der Nordeifel ist sie so zahlreich, dass sie den dortigen "Narzissenwiesen" ihren Namen gab. Die Frühlingsbotin ist im April die Pflanze des Monats der Botanischen Gärten der Universität Bonn. Im Botanischen Garten am Poppelsdorfer Schloss ist sie in der Biotopanlage zu bewundern.

Narzissen sind mit rund 30 Arten vor allem im Mittelmeergebiet beheimatet und gehören in die Familie der Amaryllisgewächse. Viele davon werden bei uns als Zierpflanzen in Gärten kultiviert. Heimisch sind bei uns zwei Arten, die Gelbe Narzisse (Narcissus pseudonarcissus) und die Weiße Narzisse (Narcissus poeticus ssp. radiiflorus). Die Gelbe Narzisse markiert im deutsch-belgischen Grenzgebiet in den Wiesentälern von Olef, Perlen- und Fuhrtsbach den Beginn des Frühlings, obwohl sie ursprünglich gar nicht aus Wiesen sondern aus lichten Laubmischwäldern stammt. Man findet sie nur in Westeuropa in einem weiten Bogen von England über Deutschland und die Schweiz bis hin nach Frankreich.

Die Gelbe Narzisse ist hervorragend an Laubwälder angepasst: Im zeitigen Frühjahr, wenn das Laub der Bäume den Boden noch nicht beschattet, beginnt ihr oberirdischer Lebenszyklus, der mit der Belaubung des Kronendaches endet. Heute wächst sie jedoch überwiegend in Wiesen. Die Pflanze kommt in der Nordeifel in so großer Zahl vor, dass sie dort als Namensgeber der "Narzissenwiesen" fungiert. Im regionalen Naturschutz ist sie Symbol für die gemeinsamen Bemühungen deutscher und belgischer Naturfreunde zum Schutz der bäuerlichen Kulturlandschaft.

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Die gelbe Narzisse
Foto: Prof. Dr. W. Barthlott
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