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\"Verbesserung\" des Menschen in der Diskussion

Ethik-Klausurwochen an der Universität Bonn zum umstrittenen Thema \"Enhancement\"

Manche Menschen sind schon mit 20 kahl, andere hören bei 145 Zentimetern auf zu wachsen. Sind solche Verstöße gegen die Norm nur ein kosmetisches Problem? Oder müssen sie therapiert werden? Eine exklusive Runde von 15 Nachwuchswissenschaftlern aus ganz Deutschland geht vom 24. März bis 2. April an der Universität Bonn Fragen wie diesen nach. Auch Nicht-Wissenschaftler können sich über die spannende Thematik informieren: Sie sind am Donnerstag, 30. März, 14 Uhr herzlich zu einem öffentlichen Vortrag in englischer Sprache eingeladen. Professor John Harris, University of Manchester, referiert im großen Übungsraum des Philosophischen Seminars, Uni-Hauptgebäude, über "Die moralischen Gründe für die Verbesserung des Menschen." Auch die Abschlussveranstaltung im Stucksaal des Poppelsdorfer Schlosses am Freitag, 31. März, 14.00 bis 17.30 Uhr ist öffentlich. Organisiert wird die Veranstaltung vom Institut für Wissenschaft und Ethik und dem Deutschen Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften.

Wer seine Altersfalten mit Botulinus-Toxin glätten lässt, kann dafür bei seinen Mitmenschen nicht unbedingt auf Verständnis hoffen. Wer unter einem auffällig roten Feuermal im Gesicht leidet, dem wird es dagegen niemand anlasten, wenn er sich einer Laserbehandlung unterzieht. Ganz im Gegenteil: Vielleicht muss er sich sogar Kritik anhören, wenn er das störende Mal nicht entfernen lassen möchte.

Kaum ein Gebiet der Medizin ist so umstritten wie gezielte Verbesserung menschlicher Eigenschaften, neudeutsch "Enhancement". In kaum einem Gebiet verlaufen die Grenzen aber auch so unklar: Ist Kleinwuchs ein Merkmal oder ein Makel? Wer kann beurteilen, wie sehr jemand unter seiner geringen Körpergröße leidet? Und ist nicht die Verlangsamung des natürlichen Alterungsprozesses ein sehr erstrebenswertes Ziel? Andererseits: Erzeugt der medizinische Fortschritt nicht auch ein neues Körperbild, einen "Zwang zum Machbaren"? Wer sich damit abfindet, er selbst zu sein, dem kann man schließlich entgegenhalten: "Wenn du nur wolltest, könntest du ganz anders sein!" 15 Nachwuchswissenschaftler aus ganz Deutschland setzen sich ab dem 24. März mit diesen Fragen  auseinander. Thema ist dabei ebenfalls der Bereich Doping: Auch hier geht es schließlich um eine Verbesserung von Leistungen mit Hilfe der Medizin.

Auf der öffentlichen Abschlussveranstaltung im Stucksaal des Poppelsdorfer Schlosses wird Professor Dr. Ludger Honnefelder, Universität Bonn und Humboldt-Universität Berlin, über "Bioethik und die Natur des Menschen" sprechen. Anschließend werden die Teilnehmer der Klausurwochen ihre Resultate in knapper Form vorstellen.


Kontakt:
Thomas Runkel
Institut für Wissenschaft und Ethik (IWE) der Universität Bonn
Telefon: 0228/3364-1927
E-Mail:
runkel@iwe.uni-bonn.de
Internet: www.iwe.uni-bonn.de

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