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Ein \"Keltischer König\"

Zwei neue Publikationen beleuchten die keltische Artussage

Eine alte Sage, die noch immer aktuell ist : Die Artussage ist vielen Menschen durch Verfilmungen und Bücher bekannt. Professor Dr. Stefan Zimmer, Inhaber des Lehrstuhls für Indogermanistik und Keltologie an der Universität Bonn, beschreibt in seinem neu erschienenen Buch "Die keltischen Wurzeln der Artussage". In Kürze folgt mit einer Publikation des Mittelalter-Zentrums der Universität Bonn ein weiteres Buch zu diesem Thema, das eine Ringvorlesung aufgreift: "König Artus lebt!"

In der späten Artussage wird Artus, nachdem er ein magisches Schwert aus einem Stein gezogen hat zum König von England und Wales gekrönt, der seine Ritter an einem "runden Tisch" um sich herum versammelt. Er schlägt zahlreiche erfolgreiche Schlachten gegen seine Feinde und bekämpft auch seinen Neffen Mordred, der gegen ihn putscht. Artus besiegt ihn, wird aber tödlich verwundet und auf die geheimnisvolle Insel Avalon gebracht.

Viele über die Artussage geschriebene Bücher beziehen sich auf das von Geoffrey von Monmouth verfasste Werk "Historia Regum Britanniae" von 1138. Dieses Werk ist jedoch kein historischer Bericht, sondern eine ausgeschmückte Dichtung. Professor Zimmer beschäftigt sich in seinem Buch "Die keltischen Wurzeln der Artussage" folglich nur mit Quellen vor 1138, um der historischen Wahrheit möglichst nahe zu kommen. Einen Schwerpunkt des Buches bildet der "historische Artus". Die Publikation enthält die erste vollständige Übersetzung der walisischen Erzählung von Culhwch und Olwen ins Deutsche. Das ist die älteste vollständig erhaltene Artussage. Eine Hauptfrage bei der Behandlung ist auch immer die nach dem Sinn der Legendenbildung : Was veranlasste die Menschen diese Sage weiterzutragen und auszuschmücken? Professor Zimmer: "Die Artussage könnte aus dem Verlangen der Kelten entstanden sein, nach verlorenen Schlachten gegen die Angelsachsen das eigene Volk überhöht positiv darzustellen."

Ebenso wie das Werk "Die keltischen Wurzeln der Artussage" richtet sich die Publikation des Mittelalter-Zentrums der Universität Bonn an ein breites Publikum. Das Werk "König Artus lebt!" entstand aus den Vorträgen einer Ringvorlesung. Diese Vorträge von Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachrichtungen der Universität Bonn zur Artussage wurden zu einem Gesamtwerk zusammengefasst. So wird in dieser Publikation zum Beispiel das Geheimnis des Grals thematisiert, oder der Zusammenhang von Mythos und Mathematik. Den Lesern bietet sich die Chance, ganz unterschiedliche Facetten dieser Sage zu entdecken. Die sorgfältig ausgewählten Themen zeigen, dass die Artussage in viele unterschiedliche Bereiche hineinwirkt und sich auf diese Weise noch immer einer ungebrochenen Popularität erfreut.

Kontakt:
Professor Dr. Stefan Zimmer
Institut für Anglistik, Amerikanistik und Keltologie
- Abteilung Keltologie und Indogermanistik -
Telefon : 0228 / 73 5869
E-Mail :
s.zimmer@uni-bonn.de

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