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Er widmete sein Leben den Armfüßern

Goldfuß-Museum zeigt die schönsten Exemplare aus der Sammlung des Düsseldorfer Gymnasialdirektors Gerd Trost


Mehr als 20.000 Armfüßer-Fossilien hat der inzwischen verstorbene Düsseldorfer Gymnasialdirektor Gerd Trost im Laufe seines Lebens gesammelt. Die schönsten Exemplare dieser muschelähnlichen Tiere, die zu den ältesten Vielzellern zählen, sind als "Fossilien des Monats" bis Ende März im Goldfuß-Museum der Universität Bonn zu sehen.


"Was machen wir an diesem Wochenende?" Für viele Amateur-Paläontologen ist die Antwort auf diese Frage ganz klar: Sie gehen ins Gelände und sammeln Fossilien. Besonders die Eifel mit ihren vielen wirbellosen Tieren ist ein beliebtes Sammlerziel. Gerd Trost war einer von ihnen und hat den Großteil seiner Freizeit den Brachiopoden oder Armfüßern gewidmet. Der ehemalige Direktor eines Düsseldorfer Gymnasiums sammelte hauptsächlich in der Eifel, aber besaß auch Armfüßer aus anderen Gegenden der Erde, die er zudem genau inventarisierte und katalogisierte. Die Witwe des begeisterten Amateur-Paläontologen hat die über 20.000 Funde nun dem Bonner Goldfuß-Museum überlassen, die mit den Fossilien ihre Bestände erweitern und sie als Lehr- und Forschungsmaterial verwenden wollen.

Die ältesten Brachiopoden-Fossilien sind 570 Millionen Jahre alt. Damit gehören die Tiere zu den ältesten Vielzellern. Die auch heute noch im Meer lebenden Organismen sind meist mit einem Stiel am Substrat befestigt und fangen mit ihren Armen vorbeitreibendes Mikroplankton ein. Es kommen aber auch grabende oder stiellose Formen vor. Ihre größte Vielfalt erreichten sie im Devon vor etwa 350 bis 400 Millionen Jahren. Die Eifelablagerungen stammen aus dieser Zeit; daher kann man dort besonders viele formenreiche Arten finden. Auf den ersten Blick ähneln Brachiopoden den Muscheln, die allerdings erst vor etwa 250 Millionen Jahren entstanden. Sie sind von den Muscheln jedoch relativ leicht durch eine andere Symmetrie ihrer zwei Klappen zu unterscheiden. Die Klappen dienen als passiver Schutz vor Fressfeinden. Sie werden bei Brachiopoden als Bauch- und Rückenklappe bezeichnet, während die Muscheln eine linke und eine rechte Klappe besitzen.

Einige charakteristische und besonders schöne Stücke sind im Februar und März als Teil der Reihe "Fossil des Monats" im Goldfuß-Museum zu sehen. So können die Besucher sich einen Überblick über die beeindruckende Vielfalt und Menge der von Gerd Trost zusammengetragenen Armfüßer verschaffen und bekommen eine Idee davon, wieviel Zeit und Fleiß in einer solchen Sammlung steckt. Diesen Zeitaufwand können die Berufspaläontologen neben ihrer Forschungsarbeit kaum aufbringen, wodurch sie immer wieder auf die Sammelleidenschaft von Amateuren wie Gerd Trost angewiesen sind.

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Alle Fotos: Georg Oleschinski / Uni Bonn



Rafinesquina gehört zu den Articulata, d. h., sie sind mit einem Schloss ausgestattet, welches die Klappen ineinander verzahnt. Stratigraphische Bedeutung haben sie vor allem im Ordovizium.


Cyrtospirifer gehört zu den Spiriferida, die für Devon und Karbon stratigraphisch wichtig sind. Auffällig ist die gestreckte Form ihrer Klappen, die zudem Rippen tragen.
Stringocephalus ist namengebend für Stringocephalen-Kalk im Unterdevon des Harzes. Seine dicke, robuste Schale gibt Aufschluß auf einen Lebensraum im Riff in stark bewegtem Wasser.
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