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\"Ärmste Länder dürfen nicht leer ausgehen\"

Bonner Forscher warnen vor Landwirtschaft als Hindernis

Ulrich Hiemenz und Klaus Frohberg vom Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn (ZEF) zeigen in einer jetzt veröffentlichten Kurzanalyse ("Policy Brief"), welche Schlüsselrolle der Landwirtschaftssektor beim sechsten Ministertreffen im Rahmen der WTO-Verhandlungen in Hong Kong vom 13. bis 18. Dezember spielt.

"Wenn über die wichtigsten umstrittenen Fragen bezüglich der Landwirtschaft bei dieser Verhandlungsrunde keine Einigung erzielt wird, droht die gesamte ‚Doha Runde' zu scheitern", so der Wirtschaftsexperte und ehemaliger OECD-Direktor Ulrich Hiemenz vom ZEF. "Der Landwirtschaft kommt eine so bedeutende Rolle zu, weil sie den meist geschützten Wirtschaftssektor darstellt", erläutert Ulrich Hiemenz. "Darüber hinaus haben die Entwicklungsländer einen relativen Vorteil gegenüber den Industriestaaten bei der landwirtschaftlichen Produktion. Auch leben die meisten armen Menschen in armen Staaten in ländlichen Gegenden. Eine Verbesserung der Situation der Bauern in den Entwicklungsländern kann somit erheblich zur Armutsbekämpfung wie in den UN "Millennium Development Goals" festgelegt, beitragen", sagt Hiemenz.

Die Interessenlage der Verhandlungspartner ist sehr heterogen, so dass es laut den Autoren mehr als fraglich ist, ob es zu einer Einigung kommt. "Die Ausgangsbasis der in 2001 gestarteten Doha-Runde waren hauptsächlich die in Nord-Süd-Richtung ausgerichteten Handelsbeziehungen", sagt Klaus Frohberg. "Inzwischen hat sich der Anteil des Handels zwischen den Entwicklungsländern jedoch stark erhöht. Wirtschaftlich mittelstarke Entwicklungsländer wie Argentinien, Brasilien, Indien oder Südafrika haben jetzt sogar vergleichbar große Handelsbarrieren zum Schutz des eigenen Agrarsektors aufgebaut wie die Industriestaaten. Auch diese Staaten müssten zu Zugeständnisse bereit sein, damit nicht die ganz armen Staaten, die eigentlich am meisten von einem solchen Abkommen profitieren sollten, leer ausgehen", so Frohberg.


Kontakt:
Alma van der Veen
Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-1846 oder -6124
E-Mail:
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