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Hilfe, mein Kind kommt krank auf die Welt

Psychosoziale Beratung von Schwangeren hat Geburtstag

Die Freude der werdenden Eltern ist groß. Doch die vorgeburtlichen Untersuchungen ergeben: Das Kind wird krank zur Welt kommen. Es ist vielleicht gar nicht lebensfähig. Völlig unvorbereitet steht das Paar vor einem schier unlösbaren Konflikt: Ist ein Leben mit diesem Kind möglich oder nicht? Daher wurde vor vier Jahren an der Bonner Universitätsfrauenklinik eine Außenstelle der Beratungsstelle für Schwangerschaftsprobleme des Diakonischen Werkes eingerichtet, die eng mit der dortigen Gynäkologischen Psychosomatik kooperiert. Zwei Psychotherapeutinnen stehen Patientinnen der Pränatalmedizin und ihren Partnern mit intensiven Gesprächen zur Seite. Das Universitätsklinikum Bonn und das Diakonische Werk beschlossen jetzt, ihre erfolgreiche Kooperation fortzusetzen.

Die vorgeburtliche Diagnose einer Behinderung oder Erkrankung ihres Kindes löst bei der Schwangeren oft einen Schock aus. Viele sind wütend und verzweifelt, aber auch sprachlos und gelähmt. In dieser Situation sind die werdenden Eltern mit der existenziellen Frage konfrontiert, ob ein Leben mit diesem Kind für sie möglich ist oder nicht. Und jeder gewählte Weg ist von Trauer und der Angst und Schuldgefühlen begleitet, die falsche Entscheidung getroffen zu haben. "Die Frauen müssen sich von ihren Lebensplänen verabschieden. Die Hoffnungen und Träume, die mit dem Kind verbunden waren, sind verloren", sagt Diplompsychologin Maria Haunert.


Auf einmal bleibt die Welt stehen

In dieser kritischen Lebenssituation bieten die Diplompsychologinnen Haunert und ihre Kollegin Kirsten Wassermann den Betroffenen direkt nach der Erstdiagnose einen neutralen Ort für Gespräche über Gefühle, Ängste und der inneren Zerrissenheit. "Wir wollen den Frauen helfen, eine neue Lebensperspektive zu finden", sagt Diplompsychologin Wassermann. Ziel der psychosozialen Beratung ist, die Frauen  aufzufangen und zu begleiten, damit die Lebenskrise nicht zum Trauma wird. Bei einem geplanten Schwangerschaftsabbruch sind Gespräche über Trauer, Schuldgefühle und Gestaltung des Abschieds vom Kind gegebenenfalls zusammen mit der Klinikseelsorge für die Betroffenen meist besonders wichtig. "Jedes Paar soll ohne Druck aktiv eine Entscheidung finden, die es als seinen individuell richtigen Weg empfindet und auch später noch vor sich selbst verantworten kann", sagt Professorin Dr. Anke Rohde, Leiterin der Gynäkologischen Psychosomatik am Universitätsklinikum Bonn.

Das Regelangebot am Zentrum für Geburtshilfe und Frauenheilkunde nehmen die Betroffenen gerne an und erleben die psychosoziale Beratung meist als sehr hilfreich und unterstützend. Aus der Sicht von Professor Dr. Ulrich Gembruch, Direktor der Bonner Universitätsklinik für Geburtshilfe und Pränatale Medizin, ist diese integrierte psychosoziale Versorgung der Patientinnen vor Ort notwendig: "Sie ist segensreich für alle Beteiligten und entlastet Ärzte, Hebammen und Pflegepersonal." Gerade am deutschlandweit größten Zentrum für Pränatalmedizin in Bonn mit einer großen Anzahl von Betroffenen sei die psychosoziale Beratung des Diakonischen Werkes nicht mehr wegzudenken.


Kontakt für die Medien:
Professorin Dr. Anke Rohde
Leiterin der Gynäkologischen Psychosomatik
Zentrum für Geburtshilfe und Frauenheilkunde am Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-4737
E-Mail:
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Professor Dr. Ulrich Gembruch
Direktor der Klinik für Geburtshilfe und Pränatale Medizin
Zentrum für Geburtshilfe und Frauenheilkunde am Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-5942
E-Mail:
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Diplompsychologinnen Maria Haunert und Kirsten Wassermann
Beratung für Pränataldiagnistik
Außenstelle der Beratungsstelle für Schwangerschaftsprobleme
des Diakonischen Werkes am Zentrum für Geburtshilfe und Frauenheilkunde
des Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-9634
E-Mail:
[Email protection active, please enable JavaScript.], [Email protection active, please enable JavaScript.]
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