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Aliens in Deutschland

Sind neue Pflanzenarten eine Gefahr oder Bereicherung?

Die "Bereicherung" der Natur durch gebietsfremde Arten gilt weltweit als die zweitwichtigste Ursache des Artensterbens. In Deutschland beispielsweise hat sich der giftige Riesen-Bärenklau vor allem an den Ufern von Bächen und Flüssen extrem ausgebreitet und dabei die ursprüngliche Vegetation stark zurückgedrängt. Ein Vortrag in den Botanischen Gärten der Universität Bonn will über die "Aliens" in Deutschland aufklären und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Der Vortrag findet am Donnerstag, den 10.11.2005 um 20 Uhr im Hörsaal der Botanik, Nussallee 2, statt. Der Unkostenbeitrag beträgt 2 Euro, ermäßigt 1 Euro. Freundeskreismitglieder haben freien Eintritt.

Die selbstständige Einwanderung von Pflanzen in neue Lebensräume ist ein natürlicher Prozess und hat z.B. nach der Eiszeit zur Entstehung unserer einheimischen Artenvielfalt geführt. Was aber, wenn der Mensch fremde Pflanzenarten in neue Gebiete bringt, sei es beabsichtigt als Zierpflanzen oder unbeabsichtigt in Form von Unkräutern? Ohne ihre natürlichen Gegenspieler wie Feinde und Konkurrenten können sich manche dieser Arten stark vermehren, andere Arten bedrohen oder ganze Ökosysteme verändern. So stammt der giftige Riesen-Bärenklau ursprünglich aus dem Kaukasus, wurde aber um 1890 als Zierpflanze nach Europa eingeführt und hat sich seitdem rasant ausgebreitet.

Frank Klingenstein vom Bundesamt für Naturschutz in Bonn will in seinem Vortrages Einführungswege und Risiken einiger Arten vorstellen, Handlungsmöglichkeiten aufzeigen und den Zusammenhang zu Botanischen und privaten Gärten als wichtigen "Einfallspforten" herstellen. Er erklärt dabei auch, warum beispielsweise der Breitblättrige Wegerich bei den Indianern Nordamerikas "Fußstapfen des Weißen Mannes" hieß.

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