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Sie sind hier: Startseite Die Universität Informationsquellen Presseinformationen 2005 Hörentwicklungsstörungen oft zu spät erkannt

Hörentwicklungsstörungen oft zu spät erkannt

Ärztefortbildung über HNO-Erkrankungen bei Kindern

Ein bis zwei von 1000 in Deutschland geborenen Kindern sind schwerhörig. Doch meist wird dies zu spät festgestellt. Je eher diese Fehlbildung diagnostiziert wird, desto besser sind die Therapiemöglichkeiten. Die Hals-Nasen-Ohren-Klinik des Universitätsklinikums Bonn informiert in Zusammenarbeit mit der Universitäts-Kinderklinik Ärzte über Erkrankungen im HNO-Bereich speziell bei Kindern. Fehlbildungen der oberen Luftwege und allergische Erkrankungen bei Kindern sind ebenso wie Methoden zur Früherkennung von Hörstörungen bei der Ärztefortbildung "Pädiatrie und HNO-Heilkunde" am Samstag, 22. Oktober, ein Thema. Die kostenlose Veranstaltung findet ab 8:30 Uhr im Hörsaal der HNO-Klinik, Sigmund-Freud-Straße 25, statt.

Die im Zuge der "Hörbahnreifung" so wichtige Vernetzung der Nervenzellen des kindlichen Gehirns wird bereits innerhalb der ersten vier Lebensjahre abgeschlossen. "Eine zu späte Diagnose könnte daher schwerwiegende Beeinträchtigungen im späteren Leben des Kindes zur Folge haben", so Professor Dr. Götz Schade, Leiter der Abteilung für Phoniatrie und Pädaudiologie der HNO-Klinik des Universitätsklinikums Bonn.

Dank einer Sachspende der Firma Becker Hörakustik verfügt die Hals-Nasen-Ohren-Klinik des Universitätsklinikums Bonn jetzt auch über ein weiteres Diagnoseverfahren, mit dem so genannte Hörscreening-Untersuchungen bei Neugeborenen durchgeführt werden können. Mit diesem neuen Test werden die Hirnströme des Säuglings gemessen, die durch spezifische Hörimpulse im Gehirn hervorgerufen werden. Das Gerät gleicht die gemessenen Werte automatisch mit einer Norm-Kurve ab. So können die Mediziner im Prinzip schon am Tag der Geburt feststellen, ob eine Hörentwicklungsstörung vorliegt. Die Methode ist sehr zuverlässig und kann innerhalb weniger Minuten und ohne Mithilfe des Kindes im Schlaf durchgeführt werden. "Bedauerlicherweise sind wir in Deutschland von einem flächendeckenden Einsatz eines Hörscreenings bei Neugeborenen noch weit entfernt", klagt Professor Schade. Einer der Gründe dafür sei das Fehlen von speziellen Screening-Geräten in den Geburtskliniken.

Das Hörscreening weiter bekannt zu machen und in NRW flächendeckend zu etablieren, ist daher ein zentrales Anliegen von Professor Schade. Denn je früher eine Hörentwicklungsstörung diagnostiziert wird, desto besser und effektiver sind die Behandlungsmöglichkeiten. Kinder mit einer Innenohrschwerhörigkeit sollen bereits ab dem dritten Lebensmonat mit einem Hörgerät versorgt werden.

Weitere Themen der Fortbildungsveranstaltung sind unter anderem die Sprachentwicklung im Kindesalter und die Therapie weiterer HNO-Krankheiten, wie Fehlbildungen der oberen Luftwege, Mittelohrschwerhörigkeit und allergische Erkrankungen bei Kindern.


Kontakt für die Medien:

Professor Dr. Friedrich Bootz
Direktor der Hals-Nasen-Ohren-Klinik des Universitätsklinikums Bonn
Tel: 0228/287 - 5552
E-Mail:
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Professor Dr. Götz Schade
Leiter der Abteilung für Phoniatrie und Pädaudiologie
Hals-Nasen-Ohren-Klinik des Universitätsklinikums Bonn
Tel: 0228/287-1280
E-Mail:
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