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Angst vor Isolation und Pflegebedürftigkeit

Sechster internationale Ataxie-Tag

Am Sonntag, 25. September, findet zum sechsten Mal der internationale Ataxie-Tag statt, um über diese Krankheiten aufzuklären. Ataxie ist eine Bewegungsstörung. Die ersten Symptome wie Koordinationsschwierigkeiten und Ungeschicklichkeit verkennen Betroffene häufig und ihnen wird oft sogar Alkoholkonsum unterstellt. Hilfe finden Patienten am Universitätsklinikum Bonn.

Ataxie ist eine neurologische Störung, bei der die Koordination von Bewegungen betroffen ist. Dies äußert sich unter anderem in Gangunsicherheit mit Sturzgefahr bis hin zur Gehunfähigkeit. Eine gestörte Koordination der Hände erschwert das Schreiben, Essen und Anziehen, so dass einige Patienten vollständig hilfsbedürftig werden. Viele Betroffene sind wegen ihrer Sprechstörung nur schwer oder gar nicht zu verstehen. Ataxie ist fast immer chronisch und schreitet stetig fort. Die Krankheit kann in jedem Lebensalter beginnen, oft sind bereits Kinder im Schulalter betroffen. "Zur Zeit können nur sehr wenige Ataxie-Krankheiten wirksam behandelt werden", sagt Professor Dr. Thomas Klockgether, Direktor der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Bonn.

Ataxie entsteht aufgrund von Krankheiten des Kleinhirns und Rückenmarks. Bei vielen Patienten lässt sich eine Schrumpfung des Kleinhirns nachweisen. Die Ursachen dieser Kleinhirndegeneration sind vielfältig und erfordern eine sorgfältige neurologische Abklärung. Ein Teil der Krankheiten werden vererbt und treten gehäuft in einer Familie auf. Bei den meisten erblichen Formen sind die ursächlichen Veränderungen der Erbanlagen, so genannte Genmutationen gefunden. Weltweit werden große Anstrengungen unternommen, um die Mechanismen aufzuklären, durch die diese Genmutationen zu Kleinhirndegeneration und Ataxie führen. "Nur wenn dies gelingt, lassen sich wirksame Behandlungsverfahren entwickeln", sagt Professor Klockgether.

Bei der Erforschung der Ataxie nimmt die Universitätsklinik für Neurologie eine Spitzenstellung ein. Professor Klockgether ist Koordinator einer von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG geförderten Forschergruppe, die die Krankheitsmechanismen der häufigsten erblichen Ataxie, der so genannten spinozerebellären Ataxie Typ 3, untersucht. Außerdem ist die Bonner Klinik federführend an den multizentrischen klinischen Projekten EUROSCA und GeneMove beteiligt, die von der EU und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert werden. Ziel ist es, Grundlagen für zukünftige Behandlungsstudien zu legen. Über aktuelle Forschungsvorhaben dieser Projekte informieren die Internetseiten www.eurosca.org und www.genemove.de. Weitere Informationen gibt es unter www.ataxie.de.

Kontakt für die Medien:
Professor Dr. Thomas Klockgether
Direktor der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Bonn
Telefon: 0228/287-5726
E-Mail:
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