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Saurierspuren im Goldfuß-Museum

240 Millionen Jahre alte Fährte wurde von Studierenden in Holland ausgegraben


Vor 240 Millionen Jahren lief ein fünfzehiger Saurier über den holländischen Strand und hinterließ dabei im feuchten Boden deutliche Spuren. Vor vier Wochen stießen Schüler und Studierende aus Deutschland, Norwegen und Österreich bei einer Grabung in Winterswijk auf die Fußabdrücke (siehe auch Pressemitteilung 331 vom 5.9.). Im Oktober ist die Fährte zusammen mit anderen Funden - darunter Schädel- und Zahnfossilien - im Goldfuß-Museum der Universität Bonn als "Fossil des Monats" zu sehen.


Fast zwei Wochen buddelten die angehenden Paläontologen und Biologen in einem Steinbruch nahe dem holländischen Städtchen Winterswijk nach Fußspuren und Knochen von prähistorischen Tieren. Geleitet wurde die Lehrgrabung vom Bonner Institut für Paläontologie. Behalten durften die Studierenden "ihre" Fossilien aber nicht: Die Platten mit den Fährten gingen an das Bonner Goldfuß-Museum und die teilnehmenden Institutionen, die Skelette an das holländische nationale Museum für Naturgeschichte "Naturalis" in Leiden.

Winterswijk ist eine der wenigen Stellen in den Niederlanden, an denen derart alte Fossilien zu finden sind. Bekannt ist der Steinbruch schon lange wegen der besonders gut erhaltenen Saurierfunde: Neben Laufspuren von fünf verschiedenen Reptilien finden Sammler neben Fischen und Muscheln immer wieder einzelne Knochen oder sogar ganze Skelette von Meeresreptilien. Wahrscheinlich wechselten damals an den Küsten Hollands periodische Überschwemmungen mit Trockenperioden - ein Grund dafür, dass sich in derselben Schicht Reste von Meeres- und Landbewohnern finden. Wenn sich die Flut nach einer Überschwemmung zurückzog, machten sich die eidechsenartigen Landsaurier vermutlich auf die Suche nach verendeten Meeresreptilien. Dabei hinterließen sie im feuchten Boden die Fährten, die sich noch heute - 240 Millionen Jahre später - bergen lassen.


Kontakt:
Dr. Martin Sander
Institut für Paläontologie der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-3105
E-Mail:
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Zerfallener Schädel eines Dickrippensauriers. Deutlich erkennt man den Unterkiefer mit den vielen spitzen Zähnen, die zum Fang kleiner Fische oder Krustentiere dienten.
Foto: Georg Oleschinski, Uni Bonn
Die Fährtenplatten werden gezeichnet, bevor sie für das Museum geborgen werden.
Foto: Dr. Nicole Klein, Uni Bonn
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