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Professor mit Heimweh nach den Ufern des Rheins

Bonn und seine Straßen, Teil 7: Die Wurzerstraße


Ferdinand Wurzer (1765 bis 1844) war ein echtes Kind seiner Zeit. Vielseitig interessiert und talentiert, war er mehr als nur Professor der Chemie an der Kurfürstlichen Akademie, dem Vorgängermodell der Bonner Universität: Als studierter Philosoph, promovierter Doktor der Medizin und Verfasser zahlreicher literarischer Schriften schritt er auch vehement gegen abergläubische Lehren ein und war gleichzeitig mitverantwortlich für den Aufschwung von Godesberg als Badeort. Die Wurzerstraße in Bonn-Plittersdorf ist nach ihm benannt.


Geboren wurde Wurzer 1765 in Brühl. Nach einem philosophischen Studium in Bonn wandte er sich der Medizin zu und promovierte über die Gemütskrankheit. Obwohl er danach als Arzt in seiner eigenen Praxis vielbeschäftigt war, fand er die Zeit, sich nebenbei seinem großen Hobby zu widmen: der Chemie. Im Rahmen dieser Liebhaberei entstand 1790 die "physikalisch-chemische Beschreibung der Mineralquelle zu Godesberg bei Bonn" - Werbung pur für den neu gegründeten Badeort. So nahm dank Ferdinand Wurzer der Aufschwung von Bad Godesberg seinen Lauf.

Zeit seines Lebens widmete Wurzer sich der Schriftstellerei. Themen waren unter anderem die "Herstellung nahrhafter Volkssuppen" oder "Bemerkungen über den Branntwein". Auch verfasste er ein mineralogisch-geologisches Taschenbuch über das Siebengebirge und Vulkane der Nachbarschaft. Seine akademische Laufbahn begann durch einen Todesfall: Die 1777 vom Kölner Kurfürsten gegründete "Aufklärungs"-Universität Bonn - der Vorgänger der heutigen Universität - wollte den Lehrstuhl der Chemie 1793 eigentlich mit jemand anderem besetzen, der aber aufgrund eines Lungenleidens verstarb. "Hobbychemiker" Wurzer bekam dann den Posten.

Nach Auflösung der Universität 1798 durch die Franzosen lehrte Ferdinand Wurzer einige Jahre an der Zentralschule - der umstrukturierten und umbenannten Universität zu Köln -, bis auch diese geschlossen wurde. 1805 verließ er das Rheinland und folgte dem Ruf an die Uni Marburg. Obwohl er sich dort Ansehen als Chemiker und Pharmazeut verschaffte, äußerte er doch hin und wieder "Sehnsucht nach den väterlichen Ufern des Rheins".

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Prof. Dr. Ferdinand Wurzer
Foto: Archiv der Universität Bonn
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