Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Sections
Sie sind hier: Startseite Die Universität Informationsquellen Presseinformationen 2005 Stifte und Klöster im Rheinland

Stifte und Klöster im Rheinland

63. Arbeitstagung des Instituts für geschichtliche Landeskunde der Rheinlande

Im Zentrum der Herbsttagung des Instituts für geschichtliche Landeskunde der Universität Bonn am 26. und 27. September steht in diesem Jahr das geplante Projekt "Nordrheinisches Klosterbuch". Das mehrbändige Werk soll sich am Vorbild des Westfälischen Klosterbuchs orientieren und Informationen zu allen geistlichen Instituten bis Anfang des 19. Jahrhunderts zusammentragen. Bisher existiert kein Handbuch dieser Art. Das Tagungsprogramm umfasst außerdem weitere Themen im Zusammenhang mit der Klosterkultur im Rheinland und beschäftigt sich vor allem mit Liturgie und Bildung.

Das nördliche Rheinland (die heutigen Regierungsbezirke Köln und Düsseldorf) bildete mit einer Vielzahl von Klöstern und Stiften eine zentrale Kernregion der europäischen Klosterkultur. "Im Nordrheinischen Klosterbuch werden wir etwa 400 geistliche Institute bearbeiten", erklärt Professor Dr. Manfred Groten vom Institut für geschichtliche Landeskunde der Uni Bonn. Ein Beispiel ist die Bonner Stiftskirche St. Cassius. Sie wurde im Frühmittelalter gegründet. Während der Regierungszeit des Erzbischofs Anno entstand ein großer Teil des heutigen Kirchenbaus. Im 14. Jahrhundert wurden dort sogar zwei Könige gekrönt: Friedrich der Schöne aus Österreich und Karl der IV aus Luxemburg. "Es hat noch viel mehr als diese 400 gegeben; von vielen sind aber kaum Spuren erhalten", betont Groten.

Das umfangreiche Werk wird voraussichtlich fünf Bände stark sein. Zusammen mit dem bereits veröffentlichten Westfälischen Klosterbuch wird es die gesamte Klosterkultur Nordrhein-Westfalens wissenschaftlich dokumentieren. Die ersten vier Bände werden alle vor 1815 errichteten Institute umfassen. In Band 5 werden alle nach 1815 bis zum Jahr 2000 gegründeten Konvente zu finden sein. Neben Informationen über ihre Lage, Gründung, Geschichte und Bedeutung betrachten die Autoren beispielsweise auch ihre wirtschaftliche Entwicklung.
Die hauptsächlich in Band 5 dokumentierte Periode von 1815 bis 2000, die bisher in der Forschung kaum Beachtung gefunden hat, macht das Nordrheinische Klosterbuch zu einem Pilotprojekt. Gleichzeitig bildet das Klosterbuch die Grundlage für interdisziplinäre und vergleichende Studien zur Landes-, Kultur- und Frömmigkeitsgeschichte. 

Kontakt:
Prof. Dr. Manfred Groten
Institut für geschichtliche Landeskunde der Rheinlande
Telefon: 0228/73-7553
E-Mail:
[Email protection active, please enable JavaScript.]

Artikelaktionen