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Krampfadern in der Speiseröhre

Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert Klinische Studie an der Uni Bonn

Leberzirrhosen können gefährliche Gefäßerweiterungen, sogenannte Varizen, in Speiseröhre und Magen hervorrufen. Werden diese Gefäße verletzt und beginnen zu bluten, kann das sehr gefährlich werden und sogar zum Tod des Patienten führen. Traditionelle Behandlungsmethoden bergen viele Risiken. Forscher der Universität Bonn wollen nun prüfen, welche neuen Therapien das Blutungsrisiko dieser "Krampfadern" in der Speiseröhre verringern können. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat dafür Förderungen von knapp 600.000 Euro bewilligt.

Die Pfortader stellt die Verbindung vom Magen-Darm-Trakt zur Leber dar. Bei Patienten mit Leberzirrhose ist der Blutfluss durch die Leber eingeschränkt. Dadurch kommt es zu einem Blutstau in der Pfortader, der letztlich die Gefäßerweiterungen in der Speiseröhre hervorruft. Reißen diese Krampfadern auf, tritt Blut in der Speiseröhre aus und fließt anschließend in den Magen. Das kann im schlimmsten Fall zum Tod führen. Ist eine solche Varize bereits einmal geplatzt, ist es sehr wahrscheinlich, dass wiederholt Blutungen auftreten. Bei ungefähr einem Drittel aller an Leberzirrhose erkrankten Patienten ist das der Fall. An diesem Punkt setzt das Forschungsprojekt unter Leitung von Professor Dr. Tilman Sauerbruch und PD Dr. Michael Schepke von der Universität Bonn an. Die Wissenschaftler wollen zwei Behandlungsmethoden vergleichen und so klären welche Therapie das Blutungsrisiko am effektivsten herabsetzen kann.

Bei der ersten Methode werden  kleine Röhrchen in die Leber implantiert. Diese sollen das Blut umleiten und so den Druck auf die Pfortader verringern. Alternativ versuchen die Wissenschaftler, die gleiche Wirkung durch die Gabe von Medikamenten zu erreichen. Zusätzlich schließen sie Risse in den Varizen endoskopisch.

An dem Projekt sind außer dem Universitätsklinikum Bonn auch Mediziner aus Freiburg, Heidelberg, Regensburg, München und Berlin beteiligt. Im Rahmen eines Sonderprogramms des Bundesministeriums für Bildung und Forschung fördert die DFG erstmals überhaupt neun Klinische Studien - das Projekt unter der Leitung von Bonner Medizinern ist eine davon.

Kontakt:
Prof. Dr. Tilman Sauerbruch
Universitätsklinikum Bonn
Tel: 0228/287 - 5216
E-Mail:
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