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Kämpfer gegen den Nationalsozialismus

Bonn und seine Straßen, Teil 5: Karl-Barth-Straße

Sein schweizerischer Zungenschlag wirkte exotisch, als der evangelische Theologe Karl Barth (1886 bis 1968) 1930 Professor an der Uni Bonn wurde. Und auch seine strenge, calvinistische Einstellung wurde bald bekannt: Wenn Barth in der Schlosskirche predigte, mussten Kreuz und Kerzen vom Altar genommen werden. 1932 begann er hier die Arbeit an seinem Lebenswerk "Kirchliche Dogmatik", das unvollendet bleiben sollte. Die Karl-Barth-Straße verläuft in Dottendorf zwischen Hausdorffstraße und Friedrich-Ebert-Allee.

Bald geriet Barth, der einer der bedeutendsten Theologen des 20. Jahrhunderts war, in Bonn in den "Kirchenkampf", in dem es darum ging, wie sich die Protestanten zum Nationalsozialismus verhielten. Als Sozialdemokrat stellte Barth, unterstützt von seiner langjährigen Mitarbeiterin und Lebensgefährtin Charlotte von Kirschbaum, bei den Kirchenwahlen eine eigene Liste gegen die Fraktion der "Deutschen Christen" auf. Die wollten Christentum und NS-Ideologie zusammenführen. Barth begründete dagegen die "Bekennende Kirche" mit und war maßgeblich an deren Programmschrift, der "Barmer Theologischen Erklärung" (1934), beteiligt.

Diese Opposition gegen das Regime sowie sein öffentliches Eintreten gegen die Judenverfolgung und Rechtsbeugung führten dazu, dass Barth 1935 als einer der ersten "arischen" Professoren von der Uni Bonn verwiesen wurde. Er kehrte in die Schweiz zurück und lehrte bis 1962 in Basel.

Trotz dieser Erfahrungen setzte sich Karl Barth ab 1945 für eine Versöhnung mit den Deutschen ein und verbrachte in Bonn zwei Gastsemester. Allerdings drängte er auf eine umfassende Aufarbeitung der NS-Vergangenheit. Auch der ökumenische und interreligiöse Dialog lag dem Schweizer bis zuletzt am Herzen.

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Karl Barth
(c) Archiv der Uni Bonn
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