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150.000 mal stärker als das Magnetfeld der Erde

Auf einem weltweit einzigartigen Kongress an der Uni Bonn dreht sich alles um die Magnetresonanz-Tomographie

Bis vor wenigen Jahren waren Magnetresonanz-Tomographen mit 1,5 Tesla das "Nonplusultra" der radiologischen Diagnostik. Inzwischen beginnen sich langsam die modernen 3 Tesla-Geräte durchzusetzen, die mit einem doppelt so starken Magnetfeld arbeiten. Doch jetzt steht eine neue Gerätegeneration vor dem Durchbruch: 7 Tesla-Tomographen erzeugen ein Magnetfeld, das rund 150.000 mal stärker ist als das der Erde. Am 9. und 10. September treffen sich Radiologen aus aller Welt an der Universität Bonn zu einem international einzigartigen Kongress: Thema ist die "Hochfeld-Magnetresonanz-Tomographie" und die rasanten Fortschritte, die dieses Gebiet momentan macht.

Die immer stärkeren Magnete sind kein Selbstzweck: Je stärker die Felder, die ein Tomograph erzeugen kann, desto schärfer und detailreicher sind auch die Bilder, die er liefert. Schon die 3 Tesla-Tomographie bedeutete daher für Gebiete wie die Tumordiagnostik einen wahren Quantensprung. Allerdings nehmen mit der Magnetfeldstärke auch die Bildfehler zu; daher brauchen Ärzte viel Erfahrung, um die Aufnahmen korrekt zu interpretieren. Die Radiologische Universitätsklinik Bonn verfügt momentan über zwei 3 Tesla-Geräte, die ihre Überlegenheit schon in einer Reihe von klinischen Studien bewiesen haben. Auf dem Kongress stellen Radiologen aus Australien, Europa und den USA aktuelle Ergebnisse vor.

Von den 7 Tesla-Geräten erhoffen sich Wissenschaftler auch neue Möglichkeiten für die Grundlagenforschung. So versuchen Mediziner beispielsweise, für bestimmte genetische Defekte Gentherapien zu entwickeln. Dabei schleusen sie "gesundes" Erbmaterial in die defekten Zellen ein und hoffen, dass es sich dort in die DNA integriert. Ob das geklappt hat, sieht man aber oft erst nach aufwändigen Tests. Eine Idee ist daher, kleine Eisenpartikel an das eingeschleuste Erbmaterial zu hängen. Mit einem 7 Tesla-Tomographen ließe sich dann der Weg der "gesunden" Gene im Körper verfolgen und feststellen, ob sie sich dauerhaft integrieren. Die herkömmlichen Geräte liefern dazu noch keine Bilder mit ausreichender Auflösung.


Kontakt:
Professor Dr. Hans Schild
Radiologische Klinik der Universität Bonn
Telefon: 0228/287-5870
E-Mail:
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