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Begeisterter Bonner mit umstrittenem Ruf

Bonn und seine Straßen, Teil 4: Die Arndtstraße

Er war eine schillernde Gestalt, dieser Professor von der Insel Rügen: Für die einen war er die geistige Speerspitze im Kampf gegen die französische Besetzung Deutschland Anfang des 19. Jahrhunderts, für die anderen bereitete er die nationalsozialistische Ideologie vor. Andere entdeckten in seinen Schriften Ansätze, die später der Kommunismus aufgriff. Solche unhistorischen Vereinnahmungen haben mit dem historischen Ernst Moritz Arndt aber nichts zu tun. Die nach ihm benannte Arndtstraße mündet gegenüber vom Auswärtigen Amt in die Adenauerallee.

Eines ist sicher: Ernst Moritz Arndt (1769 bis 1860) liebte seine Wahlheimat Bonn. "Es wird hier eine preußische Universität gestiftet, wahrscheinlich in Bonn, dem herrlichsten Punkt in Teutschland, wo ich auf der einen Seite die wildeste nördliche Natur, auf der andern den ganzen lieblichen Süden habe", schrieb er 1815. Hier wollte Arndt endlich heimisch werden. Jahrelang zog er vorher herum, verlor wegen seiner nationalen Einstellung 1808 seine Geschichts-Professur in Greifswald und machte sich in den Freiheitskriegen 1813 bis 1815 einen Namen als Verfasser von Liedern und Schriften. Allerdings steigerte er sich dabei in radikale Ideen hinein: Kriegsbegeisterung und der Glaube an einen "deutschen Gott", der mit den Freiheitskämpfern war, sorgten für seinen umstrittenen Ruf.

Nach der Gründung der Bonner Uni 1818 bekam Arndt seine Professur. Ein Jahr wurde er wegen seiner freiheitlichen Meinung vom Dienst suspendiert und konnte erst wieder 1840 lehren.

1834 war wohl das schlimmste Jahr für den Gelehrten: Im Sommer ertrank sein Sohn Willibald im Rhein. In seinem Grab auf dem Alten Friedhof wurde am 2. Februar 1860 auch Arndt beigesetzt - in Rügener Erde.

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Ernst Moritz Arndt
Foto: Archiv/Uni Bonn
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