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Forscher aus Verlegenheit

Bonn und seine Straßen, Teil 3: Die Niebuhr-Straße

Wissenschaftler wollte Barthold Georg Niebuhr (1776 bis 1830) eigentlich nie werden. "Staatsmann" - das war sein Ziel, auf das er hinarbeitete. Und doch wurde der Universalgelehrte, der nie den Titel "Professor" trug, einer der bedeutendsten Historiker des 19. Jahrhunderts und prägte die ersten Jahre der Bonner Uni mit. Die nach ihm benannte Niebuhrstraße verbindet Kaiser- und Weberstraße.

Geboren wurde Niebuhr in Kopenhagen. Bücher aus allen Bereichen waren die ständigen Begleiter des kleinen Barthold. Mit Menschen konnte er nicht so gut umgehen. Bereits mit 14 beherrschte er zehn Sprachen (es sollten über 20 werden) und diskutierte mit europäischen Gelehrten über antike Handschriften.

Nach einigen Studien- und Wanderjahren trat Niebuhr in preußische Dienste und war Botschafter beim Vatikan. Hier, in Rom, wollte er seine Studien für sein größtes Vermächtnis, die "Römische Geschichte", fortsetzen. Allerdings war er ziemlich enttäuscht von dem, was von seiner geliebten antiken Republik noch übrig war.

1825 fand sich Niebuhr damit ab, dass es für ihn keine Karriere in der Regierung gab. So ließ er sich mit seiner Familie in Bonn nieder und begann, an der neuen Uni zu lehren. Aber auch die Erweiterung der Stadt interessierte ihn. In seinen Vorlesungen versuchte Niebuhr, sein Wissen über die Antike auf die aktuelle Politik anzuwenden. So begründete er die moderne Geschichtswissenschaft mit. Weihnachten 1830 erkrankte Niebuhr an einer Lungenentzündung und wurde im Januar 1831 auf dem Alten Friedhof beigesetzt- in einem klassizistischen Grab, das ihm sicher gefallen hätte.

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Barthold Georg Niebuhr

Foto: Archiv der Universität Bonn
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