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Sie sind hier: Startseite Die Universität Informationsquellen Presseinformationen 2005 Ein Stück Selbständigkeit für ein freieres Leben

Ein Stück Selbständigkeit für ein freieres Leben

Schulungen für zuckerkranke Kinder, Jugendliche und Eltern


Die Diagnose "Jugendliche Zuckerkrankheit" bestimmt fortan das Leben der meist jungen Patienten. Eine ständige Kontrolle der Zuckerwerte im Blut, Insulin-Spritzen und geregelte Mahlzeiten sind für sie eine tägliche Pflicht. Eine Diabetes-Schulung des Universitätsklinikums Bonn machte jetzt zuckerkranke Kinder zwischen zehn und zwölf Jahren fit für den Alltag mit ihrer Krankheit. "Unser Ziel ist Selbstständigkeit. Denn die Kinder werden flügge. Sie wollen bei Freunden übernachten oder auf eine Klassenfahrt fahren", sagt Dr. Antje Herbst, Leiterin des Diabetes-Ambulanz an der Universitäts-Kinderklinik. Die Eltern werden mitgeschult, damit sie ihre Kinder unterstützen können und für Risikosituationen gewappnet sind.


In Deutschland leben derzeit rund 200.000 Typ-1-Diabetiker, die meist schon im Kindes- und Jugendalter erkrankt sind. "Die Tendenz ist steigend, und die betroffenen Kinder werden immer jünger", konstatiert Diabetologin Herbst. Ursache für Diabetes mellitus Typ-1 ist Insulin-Mangel. Die Körperzellen nehmen daher keinen Zucker, ein wichtiger Energielieferant für die Zellen, aus dem Blut auf - einschneidend für das Leben der Betroffenen. Sie müssen lebenslang mehrmals am Tag Insulin spritzen.

Wichtig ist ein immer optimal eingestellter Blutzucker. Daher lernten die Kinder in der Schulung spielerisch sich Insulin zu spritzen, ihre Blutzuckerwerte zu messen und ihre Mahlzeiten danach selbst zu berechnen. "Die Kinder dürfen alles essen. Schokolade ist gelegentlich erlaubt", sagt Elisabeth Salvey, Diabetes-Beraterin an der Bonner Universitäts-Kinderklinik. Sind die Blutzuckerwerte zu hoch, müssen die Kinder mehr Insulin spritzen oder weniger essen. Traubenzucker hilft ihnen bei einer akuten Unterzuckerung. Doch alles muss in der Praxis geübt werden. So kann sich unter anderem durch Sport der Blutzuckerwert ändern. "Ich weiß jetzt alles viel besser, beispielweise wieviel Insulin ich spritzen muss. Das gibt mir ein sicheres Gefühl. Alle waren super nett, aber am tollsten war das Pizzaessen", sagt eine junge Teilnehmerin. Und auch der Besuch im Restaurant war eine praktische Übung. Denn die Kinder hatten dort keine Waage und konnten die Menge Pizza, die sie essen durften, nur schätzen.

"Die Kinder waren hoch motiviert und der Lernerfolg enorm. Wir freuen uns über solche Kinder und engagierte Eltern", sagt Professor Dr. Michael Lentze, Direktor der Kinderklinik am Universitätsklinikum Bonn. Daher setzt das Team der Diabetes-Ambulanz, das sich langfristig um zuckerkranke Kinder kümmert, die Schulungen fort und bietet die nächste im Herbst für Jugendliche an.


Kontakt für die Medien:
Dr. Antje Herbst
Leiterin der Diabetes-Ambulanz an der Kinderklinik des Universitätsklinikums Bonn
Telefon: 0228/287-3200
E-Mail:
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Junge misst seinen Blutzuckerspiegel

Foto: Martina Theuer/Universitäts-Kinderklinik Bonn
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