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Uni Bonn gründet Zentrum für Religion und Gesellschaft

Fakultäten wollen ihre Kompetenzen bündeln

Wissenschaftler von mehr als 20 Lehrstühlen und Instituten der Universität Bonn haben sich gestern zu einem "Zentrum für Religion und Gesellschaft" (ZERG) zusammengeschlossen. Ziel des fakultätsübergreifenden Zentrums ist die Auseinandersetzung mit Weltreligionen wie Christentum, Judentum, Islam, Hinduismus oder Buddhismus. Geplant ist zudem ein Masterstudiengang für Graduierte mit interkonfessionellen und interreligiösen Inhalten.

Orientalisten, Soziologen, Erziehungswissenschaftler, Theologen, Indologen: Es gibt an der Universität Bonn viele Disziplinen, die sich mit den Religionen der Welt beschäftigen. Das neu gegründete Zentrum soll diese Kompetenzen bündeln und damit auch die Bearbeitung religionsübergreifender Fragen erleichtern. "Bonn als stark international ausgerichtete Stadt bietet sich für ein solches Vorhaben geradezu an", erklärt der Mitinitiator von ZERG, Professor Dr. Wolfram Kinzig. "Schließlich sind hier von Buddhismus bis Judentum alle großen Weltreligionen vertreten."

Ein Phänomen, das die ZERG-Forscher genauer unter die Lupe nehmen wollen, ist die so genannte "Binnendifferenzierung" der Religionen. Denn "Christ" ist nicht gleich "Christ", "Moslem" nicht gleich "Moslem": Das Judentum zerfällt in ein orthodoxes und ein liberales Lager, im Islam stehen sich Sunniten und Schiiten gegenüber, das Christentum kennt Protestanten und Katholiken. Im Hinduismus und Buddhismus sieht es nicht viel anders aus. Die Religionswissenschaftler wollen unter anderem ermitteln, welche Unterschiede und Parallelen diese Binnendifferenzierung der Großreligionen aufweist und welche gesellschaftlichen Konsequenzen sie hat. Zusätzlich werden sie der Frage nachgehen, wie sich die Religionen gegenseitig beeinflusst haben. In Planung ist zudem ein Aufbaustudiengang mit interkonfessionellen und interreligiösen Inhalten zum "Master in Ecumenical Studies", der zum Wintersemester 2006/07 eingerichtet werden soll.

Die Gründung von ZERG bildete den Abschluss des Symposiums "Interaktion von Judentum, Christentum und Islam: Miteinander, gegeneinander, zueinander", an dem an den vergangenen beiden Tagen im Universitätsclub etwa 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler teilnahmen.

Kontakt:
Dr. Görge Hasselhoff
Evangelisch-Theologische Fakultät der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-7671 oder -7679
E-Mail:
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