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Geld für Wach- und Schließdienst fehlt

Botanische Gärten müssen Öffnungszeiten einschränken

Freunde der Botanischen Gärten der Universität Bonn müssen künftig damit rechnen, öfters vor verschlossenen Türen zu stehen. Der Grund: Es fehlen Mittel für eine Öffnung außerhalb des Forschungs- und Lehrbetriebs. Sollte keine Lösung gefunden werden, müsste der Betrieb vorzeitig auf die eingeschränkten Winteröffnungszeiten umgestellt werden. Die beliebten Anlagen wären dann nur noch montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich. Am Wochenende blieben die Tore ganz geschlossen.

Die Botanischen Gärten sind in Bonn sehr beliebt. Allein in diesem Jahr kamen schon rund 80.000 Besucher. "Wir haben unsere Öffnungszeiten in den vergangenen Jahren bei freiem Eintritt kontinuierlich erweitert", erklärt Professor Dr. Wilhelm Barthlott, Direktor der Botanischen Gärten. "Möglich wurde das durch das ehrenamtliche Engagement des Freundeskreises der Botanischen Gärten und mit Unterstützung durch die Universität und die Stadt Bonn." Immer wieder wurde sogar der Ruf nach noch längeren Öffnungszeiten laut.

Die Botanischen Gärten sind eine zentrale Einrichtung der Universität Bonn. Ihre Hauptaufgaben sind Dienstleistungen in Forschung und Lehre. "Es ist für die Universität aber selbstverständlich, die Gartenanlagen auch für die interessierte Öffentlichkeit zu öffnen, soweit das geht", betont Professor Barthlott, der mehr als jeder Direktor vor ihm die Öffnungszeiten und die Öffentlichkeitsarbeit der Botanischen Gärten vorangetrieben hat.

Die Botanischen Gärten sind ganzjährig montags bis freitags zwischen 9 und 16 Uhr öffentlich zugänglich. Die notwenige Aufsicht führt in dieser Zeit das Universitätspersonal. Aber: Erweiterte Öffnungszeiten am Wochenende können mit den vorhandenen Personalressourcen nicht verwirklicht werden, da in dieser Zeit kein regelmäßiger Forschungs- und Lehrbetrieb stattfindet.

Der Personalengpass betrifft vor allem die notwendige Aufsicht und das Auf- und Zuschließen der Gärten. Aus Versicherungsgründen kann diese Aufgabe des Universitätspersonal nicht beliebig an Dritte delegiert werden. Mittel für einen höheren eigenen Personalaufwand oder für die Beauftragung einer Wach- und Schließfirma stehen den Botanischen Gärten nicht zur Verfügung. Der Freundkreis Botanische Gärten war vorübergehend in die finanzielle Bresche gesprungen, diese Finanzspritze reichte aber nur bis Ende Juni.

Dass die Gärten der Bonner Bevölkerung bisher auch am Wochenende zugänglich waren, wäre ohne die rund 30 freiwilligen Helfer aus dem Freundeskreis der Botanischen Gärten nicht möglich gewesen. Auch die Stadtverwaltung hat durch das Amt für Soziales und Wohnen in den vergangenen 10 Jahren eine Reihe von Hilfskräften gestellt.

Die Stadt Bonn kann Aufsichtspersonal nur noch im Rahmen der so genannten 1-Euro-Jobs zur Verfügung stellen. Dieser Personenkreis kann aber nur maximal für 6 Monate beschäftigt werden. "Das bedeutet, dass wir alle 6 Monate neue Auswahlgespräche führen und die wenigen wirklich geeigneten Helfer in die relativ komplexe Arbeit einweisen müssen", sagt Professor Barthott. "Kaum sind sie gut eingearbeitet, verlassen sie uns wieder." Nun hat der renommierte Botaniker die Notbremse gezogen: Bis eine Lösung gefunden ist, können nur noch wenige zeitlich flexible Besucher die Artenvielfalt der Lehr- und Forschungsgärten aus nächster Nähe genießen. Allen anderen bleibt nur der Blick durch den Zaun...

Wenn weder Stadt noch Universität das benötigte Personal aufbringen, bleiben im Prinzip drei Lösungen. Erstens: Die eingeschränkten Öffnungszeiten werden zur Regel - wie in vielen anderen wissenschaftlichen Botanischen Gärten in anderen Städten auch. Oder es käme, zweitens, zu einer Public-Private-Partnership. "Natürlich dürften sich Sponsoren im Eingangsbereich präsentieren und den Besuchern so darlegen, wer ihnen den kostenlosen Besuch der Gärten ermöglicht", sagt Professor Barthlott. Schließlich gäbe es, drittens, auch die Möglichkeit, Eintritt zu erheben. "Im äußersten Notfall müsste man auch darüber nachdenken", sagt Professor Barthlott: "Das wäre allerdings außerordentlich schade."


Kontakt:
Prof. Dr. Wilhelm Barthlott
Botanischen Gärten der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-5523
E-Mail:
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