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Lebensmitteltechnologen am zufriedensten

Bonner Studierende vergaben Noten für ihre Alma mater

Mehr als 30.000 Studierende der Universität Bonn waren im Frühjahr dazu aufgerufen, ihre Universität zu bewerten. Gut 1.600 von ihnen nutzten diese Chance, um zu sagen, wo es im Studienalltag hakt und welche Dinge gut laufen.

Ein positives Ergebnis vorneweg: Insgesamt zeigten sich die Teilnehmer von den Lehrveranstaltungen in Bonn relativ angetan. Auf einer Skala von eins (= unzufrieden) bis vier (= zufrieden) vergaben sie im Durchschnitt drei Punkte - im vergangenen Jahr waren es noch 2,9. Am zufriedensten waren die Lebensmitteltechnologen (3,4), Mathematiker (3,3) und Diplom-Geographen (3,3). Am unteren Ende, aber immer noch mit ganz passablen Noten, rangieren die Fächer Biologie, Neuere Deutsche Literatur und Psychologe (alle 2,7) sowie Politische Wissenschaft (2,6). Allerdings schränkt die von Fach zu Fach sehr unterschiedliche Zahl an ausgefüllten Fragebögen die Vergleichbarkeit der Daten ein.

Wichtig ist den Studierenden neben den Lehrinhalten auch die Art und Weise, wie sie vermittelt werden: Gute Noten gab's vor allem für Veranstaltungen, in denen die Interaktion zwischen Studierenden und Lehrenden groß geschrieben wird. Natürlich steht und fällt die Qualität der Lehre mit denen, die sie vermitteln müssen: Veranstaltungen mit gut bewerteten Dozenten erreichten in der Regel auch eine gute Gesamtnote. Umgekehrt gilt: Bei schlechten Lehrenden war auch der Gesamteindruck mies.

Sich selbst bescheinigten die Teilnehmer ein hohes Studienengagement: 84 Prozent gaben an, die Lehrveranstaltungen häufig oder immer besucht zu haben. Knapp jeder zweite Befragte meinte, sich dabei meistens aktiv beteiligt zu haben. Mit der Bewertung durch ihre Dozenten konnten sich die meisten ganz gut identifizieren.

Bestnoten für den Hochschulsport

Auf mäßige Kritik stieß die Ausstattung der Gebäude, vor allem die Ausrüstung mit Beamern und anderen Multimedia-Geräten. Magere 2,3 Punkte gaben die Teilnehmer ihrer Uni in dieser Frage. In höchsten Tönen lobten sie dagegen das Angebot des Hochschulsports: Knapp 1.000 Studierende gaben zu diesem Punkt ihr Votum ab; nur 59 waren "weniger zufrieden" oder "unzufrieden". Insgesamt bekam das Sportangebot die Traumnote 3,6. Auch das Angebot der Universitäts-Bibliothek erntete Lob; fast 70 Prozent der Befragten waren damit "eher zufrieden" oder "zufrieden".

Frauen mögen den AStA, Männer weniger

Geschlechtsspezifische Unterschiede gab es erstaunlicherweise bei der Bewertung des AStA: Zeigten sich die befragten Studentinnen mit seiner Arbeit "eher zufrieden" (3,0), urteilten ihre männlichen Kommilitonen hier deutlich kritischer: Nur 2,2 Punkte wollten sie ihrer Vertretung an der Uni zugestehen - im vergangenen Jahr fiel ihr Votum noch eine ganze Note besser aus.

Jeder dritte Studierende gab an, schon einmal ernsthaft über den Abbruch seines Studiums nachgedacht zu haben; die meisten begründeten dies mit Motivationsschwierigkeiten, fehlendem Praxisbezug und schlechten Studienbedingungen. Das Klima unter den Studierenden bewertete die Mehrzahl der Befragten als gut.

"Die Ergebnisse zeigen, in welchen Bereichen sich die Uni noch steigern muss", erklärt der Prorektor für Lehre, Studium und Studienreform Professor Dr. Wolfgang Hess. "Leider nehmen aber noch viel zu wenig Studierende das Angebot wahr, durch konstruktive Kritik Verbesserungen anzustoßen."

Die Umfrage wurde in diesem Frühjahr bereits zum dritten Mal durchgeführt. Sie ist - zusammen mit der Evaluation einzelner Lehrveranstaltungen und der regelmäßigen Befragung von Absolventen nach Beendigung ihres Studiums - ein Bestandteil des so genannten "Bonner Modells der Hochschulevaluation", das vom Zentrum für Evaluation und Methoden der Universität Bonn (ZEM) konzipiert wurde. Die Befragungen sollen zukünftig jedes Jahr durchgeführt werden. Sie erfolgen online, um den Aufwand im vertretbaren Rahmen zu halten. Auch andere Hochschulen zeigen sich am "Bonner Modell" interessiert. So hat die Universität Leipzig das Verfahren inzwischen übernommen; weitere Anfragen liegen bereits vor. Ziel der Evaluation ist es, Stärken und Schwächen der Bonner Hochschulausbildung aufzudecken und die Qualität von Studium und Lehre kontinuierlich zu verbessern.

Ansprechpartner und Informationen zum Bonner Modell finden sich im Internet unter http://www.zem.uni-bonn.de/evaluation. Angehörige der Universität können die Ergebnisse der Studierendenbefragung  unter www.zem.uni-bonn.de/evaluation/ergebnisse/ einsehen.

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