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Virtuell die Welt entdecken

ESA-Projekt vernetzt weltweit Universitäten für Online-Kolloquien

Der Seminarraum des Instituts für Molekulare und Zelluläre Botanik (IMZB) der Universität Bonn: die Studierenden sitzen vor Notebooks und verfolgen gespannt das Geschehen auf den Bildschirmen - dort werden Vorträge von Wissenschaftlern übertragen, die just in diesem Moment in Madrid vor den spanischen Kommilitonen sprechen. Die Virtual University "Life in Space" macht mit Hilfe des Internets die Teilnahme für Studierende an Kolloquien weltweit möglich.

Bereits seit 15 Jahren besteht der ERASMUS Kurs "Life in Space" - ein von der Europäischen Union (EU) und der European Space Agency (ESA) gefördertes Projekt, zu dessen Gründer-Universitäten neben Nottingham und Paris auch die Bonner Universität zählt. Seit drei Jahren können Studierende durch das so genannte E-Learning mit einer speziellen Software von zu Hause aus an den Seminaren teilnehmen. "Die ersten Veranstaltungen der Virtual University fanden bei der ESA in Holland statt", weiß der Bonner Professor Dr. Dieter Volkmann von der Abteilung Zellbiologie der Pflanzen, "während dort zum Beispiel Astronauten die Vorträge hielten, saßen Studierende im südfranzösischen Observatoire Oceanologigue der Université Piere et Marie-Curie, Paris vor der Leinwand oder ihren Notebooks." Die Rechner sind über das Internet miteinander vernetzt; die Teilnehmer sehen eine nahezu zeitgleiche Übertragung der Präsentation. Für die anschließende Diskussion nach den etwa 45-minütigen Beiträgen nutzen die Studierenden Mikrofon oder Tastatur.

"In diesem Jahr haben wir sozusagen ein Pilotprojekt", freut sich Professor Volkmann. "Zum ersten Mal beteiligen sich fünf Universitäten." Dabei sind auch Madrid und Sassari (Sardinien). Unter dem Hauptthema "Life in Space" referieren die Beteiligten zum Beispiel über das geschwächte Immunsystem von Astronauten im All oder die Anpassung von Tieren, Pflanzen und Menschen an die Schwerelosigkeit.

Am 11.Mai ist die Universität Bonn am Zuge: Professor Volkmann, Markus Braun vom Institut für Molekulare Physiologie und Biotechnologie der Pflanzen und Ruth Hemmersbach vom Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin in Köln halten im Seminarraum des IMZB Vorträge über "Die Gravitation als treibende Kraft der Evolution". Dabei geht es zum Beispiel um die Anpassung von Organismen an das Leben an Land: "Sieht man bei Ebbe eine Qualle am Strand liegen, ist sie wegen der starken Kraft, die auf sie wirkt, völlig platt", erklärt Professor Volkmann, "im Wasser dagegen hilft ihr der Auftrieb, ihre Form zu behalten.

Organismen an Land brauchen spezielles ‚Antigravitationsmaterial', wie zum Beispiel verstärkte Knochen oder Zellwände bei den Pflanzen, die den Körper stützen". Aber damit nicht genug: "Spezialisierte Zellen eines Organismus wissen irgendwie, wo oben und unten ist", weiß der Wissenschaftler, "der Mensch hat ein Gleichgewichtsorgan im Ohr - etwas Ähnliches gibt es auch bei Einzellern und Pflanzen geben."

Professor Volkmann ist sicher, dass sich das Online-Kolloquium schnell durchsetzen wird. "Nicht nur der Inhalt der Vorträge, sondern auch die Internationalität der Veranstaltung und die Technik an sich begeistern die Teilnehmer", erzählt der Botaniker. "Studierende, die an vorherigen Veranstaltungen teilgenommen haben, wollten sich direkt für die nächsten anmelden."

Interessierte können sich per E-Mail an Professor Volkmann für die Virtual University anmelden, die Plätze sind begrenzt. Nach den Bonner Beiträgen am 11. Mai folgen noch die Universitäten Sassari am 18. und Nottingham am 25. Mai. Die Vorträge werden in englischer Sprache gehalten, Veranstaltungsort ist der Kursraum 6 des IZMB (Kirschallee 1). Die Teilnehmer sollten ein Notebook mitbringen; die entsprechende Software zur Teilnahme kann man sich nach der Anmeldung downloaden.


Kontakt:
Professor Dr. Dieter Volkmann
Institut für Molekulare und Zelluläre Botanik der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-4747
E-Mail:
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